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Aleph Alpha: Chinesische Modelle folgen bei Politik oft der Parteilinie

Aleph Alpha hat sechs chinesische Sprachmodelle mit 967 politisch heiklen Fragen getestet, etwa zu Tiananmen, Taiwan und Xinjiang. Nur 17 bis 41 Prozent ihrer Antworten stufte ein KI-Richter als ausgewogen ein, wie das Unternehmen am 28. September 2026 berichtete. Auch Nvidias Nemotron Cascade 2 übernahm teils Parteipositionen, vermutlich über Trainingsdaten.

Aussagen gegen die Quellen geprüft · 4. Oktober 2026

Die Fragen erzeugte das offene Modell GPT-OSS 120B zu 56 von Hand gewählten Themen; dasselbe Modell bewertete auch die Antworten. Es ordnete jede einer von drei Gruppen zu: Wiedergabe der Parteilinie, ausgewogene Antwort oder Verweigerung. Als parteitreu zählt auch eine Weigerung, die mit chinesischem Recht begründet wird. Der Autor räumt ein, dass diese Abgrenzung oft schwierig ist und den Richter verzerren kann; eine Kontrolle durch Menschen beschreibt der Beitrag nicht.

Am stärksten folgten Qwen 3.6 35B-A3B mit 80 Prozent und DeepSeek R1 mit 77 Prozent der Parteilinie, Qwen 3.8 kam auf 62, Kimi K2.5 auf 47 und Kimi K3 auf 40 Prozent. DeepSeek V4 Pro wiederholte die Linie nur in 16 Prozent der Fälle, verweigerte aber zwei Drittel der Antworten und war nur zu 18 Prozent ausgewogen. Die Vergleichsmodelle Claude Sonnet 5 und Mistral Small lagen bei 2,8 und 8 Prozent; Claude verweigerte 27 Prozent der Antworten, Mistral fast keine.

Bei 240 politischen Fragen ohne China-Bezug antworteten die chinesischen Modelle überwiegend ausgewogen. Am häufigsten übernahm Qwen 3.6 dort Parteipositionen, in 13 Prozent der Fälle.

Nvidias Nemotron Cascade 2 mit 30 Milliarden Parametern fiel in knapp einem Fünftel der Fälle auf, antwortete aber zu 75 Prozent ausgewogen. Nvidia veröffentlicht die Daten seines Feinschliffs (Supervised Fine-tuning), die großteils mit DeepSeek und Qwen erzeugt wurden. Aleph Alpha fand darin rund 3.500 von 9,3 Millionen Gesprächszeilen mit Positionen der Partei und hält sie für die wahrscheinliche Ursache. Das Unternehmen empfiehlt, Trainingsdaten auf solche Inhalte zu prüfen, und gibt an, das für eigene Modelle zu tun.