Alle Depeschen

DepescheRecht & Politikneu

BSI legt „A5“-Prüfkatalog zur Vertrauenswürdigkeit von KI-Systemen als Community Draft vor

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat am 7. Juli 2026 einen ersten „Community Draft“ seines Prüfkatalogs „AI Audit and Assurance Assessment Architecture“ (A5) veröffentlicht. Die modulare Architektur soll Anbieter, Betreiber und Prüfstellen entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette bei einer standardisierten Bewertung der Vertrauenswürdigkeit von KI-Systemen unterstützen und orientiert sich an EU AI Act und Cyber Resilience Act. Feedback ist bis zum 31. August 2026 möglich.

Der Katalog trägt den Namen „AI Audit and Assurance Assessment Architecture“ (A5) und ist als modulare, erweiterbare Architektur angelegt: Ein „Horizontal Trustworthiness Base Module“ bildet die querschnittlichen Anforderungen ab, ein „Cloud Infrastructure Operating Module“ verbindet A5 mit dem bestehenden C5-Katalog (Cloud Computing Compliance Control Catalog) des BSI. Die Kriterien folgen der Systematik der „Stand-der-Technik-Bibliothek“ und adressieren laut BSI Akteure „von Anbietern über Betreiber bis hin zu den mit Entwicklung, Betrieb und Aufsicht betrauten Personen“.

Als regulatorischen Bezugsrahmen nennt das BSI den EU AI Act, den Cyber Resilience Act sowie künftige Mindeststandards für die öffentliche Verwaltung. Die zugehörige Auditmethodik orientiert sich am international anerkannten Prüfstandard ISAE 3000. Sowohl die Basismodule als auch das Cloud-Modul werden in einer Dokument- und einer maschinenlesbaren OSCAL-Fassung (PDF und JSON) bereitgestellt.

Die Veröffentlichung ist ausdrücklich ein „Community Draft“: Fachleute und Stakeholder können bis zum 31. August 2026 über einen Kommentierungsbogen oder per E-Mail (aisecurity@bsi.bund.de) Rückmeldung geben. Das BSI kündigt an, den Katalog fortlaufend zu erproben, zu erweitern und zu aktualisieren. Einordnung: Ob und wie A5 später in verpflichtende Prüfverfahren einfließt, ist mit dem Entwurf noch nicht entschieden.