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Anthropic lässt Claude die eigenen Apps warten: 388 Pull Requests in wenigen Wochen – 180 davon wurden übernommen

Boris Cherny, Erfinder und Leiter von Claude Code bei Anthropic, hat am 13. August 2026 auf LinkedIn beschrieben, dass Claude bei Anthropic die tägliche Wartung der hauseigenen Anwendungen übernimmt: „A weird experiment I've been trying the last few weeks is having Claude take over day-to-day maintenance of our apps.“ Über einen Slack-Kanal namens „proj-claude-maintains-apps“ laufen täglich Routinen über iOS, Android, Desktop, Web, CLI und das Agent SDK – namentlich genannt sind unter anderem ein Crash fuzzer, ein Dup unifier, ein Dead-code remover und eine „Abstraction police“. Seine Bilanz: „Over the last few weeks, these routines have opened 388 PRs across our repos, 180 of which we merged after Claude Code Review + human review.“ Das sind rund 46 Prozent.

Der Aufbau, so wie ihn der Beitrag beschreibt: Anthropic betreibt einen Slack-Kanal „proj-claude-maintains-apps“, in dem Claude täglich eine Reihe von Routinen über die eigenen Plattformen laufen lässt – „In it, Claude Tag runs a bunch of daily routines across iOS, Android, Desktop, web, CLI, and Agent SDK“. Jede Routine ist ein enger Dauerauftrag, kein offener Entwicklungsauftrag. Namentlich stehen im Beitrag ein Crash fuzzer, ein Dup unifier, ein Dead-code remover und eine „Abstraction police“; die Rezeption bei The Decoder führt darüber hinaus einen Logic Bug Fixer, einen Logic Simplifier, einen Useless-test Pruner, einen Flaky-test Fixer, einen Shipped-Feature Inliner, einen Ant-only Shipper und einen Abstraction Improver auf.

Die Zahl steht wörtlich im Beitrag: „Over the last few weeks, these routines have opened 388 PRs across our repos, 180 of which we merged after Claude Code Review + human review.“ Vor dem Merge liegen also zwei Prüfschritte – eine automatische Durchsicht durch Claude Code Review und eine menschliche. Cherny nennt die Ergebnisse nach der Rezeption „surprisingly positive“ und beschreibt, dass die Routinen beim ersten Anlauf ordentlich laufen und über die folgenden Tage durch Nachjustieren besser werden.

Was daran neu ist und was nicht: Der zugrunde liegende Mechanismus ist ein reguläres Produktmerkmal. Claude Code Routines sind seit dem Frühjahr 2026 „a saved Claude Code configuration — a prompt, one or more repositories, and a set of connectors — packaged once and run automatically“, mit zeitgesteuerten, API- und GitHub-Ereignis-Auslösern. Neu ist nicht die Technik, sondern dass ein Anbieter offenlegt, wie viel davon bei ihm selbst durchkommt.

Vier Vorbehalte, die wir ausdrücklich mitführen. Erstens: Sämtliche Angaben stammen von Boris Cherny selbst – er hat Claude Code gebaut und leitet es; eine unabhängige Bestätigung gibt es nicht, und beide von uns geöffneten Rezeptionen stammen von derselben Redaktion, sind also ein Beleg, nicht zwei. Zweitens: Der Beitrag nennt bei unserem Abruf keine Gesamtzahl der Routinen; die verbreitete Zahl „zwölf“ steht in der Rezeption, nicht im Beitrag – wir übernehmen sie nicht. Drittens: Was die 208 nicht übernommenen Pull Requests an Prüfzeit gekostet haben, steht nirgends; eine Übernahmequote allein sagt nichts über den Nettoertrag. Viertens: Über die Größe, Art oder Risikoklasse der Änderungen sagt der Beitrag nichts – 388 Pull Requests aus „dead code entfernen“ sind etwas anderes als 388 Pull Requests an Geschäftslogik.