SemiAnalysis kaufte je ein Abo für jeden Bezahltarif beider Anbieter – vom 20-Dollar-Einstieg (Claude Pro, ChatGPT Plus) bis zu den 200-Dollar-Spitzen (Claude Max 20x, ChatGPT Pro) – und ließ auf jedem Konto lang laufende, agentische Coding-Aufgaben (viele Datei-Lesevorgänge, Edits und Testläufe über Minuten bis Stunden autonomer Arbeit) laufen, bis das jeweilige Wochenlimit erreicht war. Der aufgezeichnete Verbrauch wurde anschließend zu den Listenpreisen der Anthropic- und der OpenAI-API in Dollar umgerechnet.
Die Spitzenwerte bei Vollnutzung: Claude Max 20x (200 Dollar/Monat) entspricht rund 8.000 Dollar API-Token-Wert, ChatGPT Pro (200 Dollar/Monat) rund 14.000 Dollar. Auch die kleineren Tarife liefern ein Vielfaches ihres Preises – der 20-Dollar-Tarif Claude Pro grob 400 Dollar, ChatGPT Plus grob 700 Dollar Gegenwert. Für einen Entwickler mit agentischen Workflows ist das ein 40- bis 70-facher Kostenvorteil gegenüber der direkten API.
Kehrseite ist die Ökonomie der Anbieter: Nach der Auswertung geraten die Tarife bereits bei niedriger Auslastung in die Verlustzone – OpenAIs Pläne laut den Berechnungen oberhalb rund 11 Prozent Auslastung bei den kleineren und rund 6 Prozent bei den Spitzen-Tarifen, Anthropic ist mit Break-even um 20 bzw. 10 Prozent etwas besser positioniert. Ein Vielnutzer muss den Plan also gar nicht ausreizen, damit er sich für den Anbieter nicht mehr rechnet. Die Analyse stammt von SemiAnalysis (veröffentlicht Mitte Juni 2026); der detaillierte Primärbericht ist kostenpflichtig, die hier genannten Eckwerte sind über mehrere unabhängige Fachmedien belegt.