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AMD kauft Taalas – Chips, in deren Transistoren ein einzelnes Modell fest verdrahtet ist

AMD hat am 6. August 2026 die Übernahme des Torontoer Chip-Start-ups Taalas angekündigt. Taalas baut „model-specific integrated circuits“: Statt die Gewichte eines KI-Modells bei jedem Durchlauf aus dem Speicher zu holen, verdrahtet der Chip sie fest in seinen Transistoren – ein fertiges Bauteil führt genau das Modell aus, für das es gebaut wurde, und sonst nichts. Der Kaufpreis wurde nicht genannt, der Abschluss steht unter dem Vorbehalt der üblichen Bedingungen und behördlicher Freigaben. Taalas wurde 2023 gegründet, hat rund 219 Millionen Dollar eingesammelt und wird von Ljubisa Bajic geführt, dem Mitgründer und früheren Chef des ebenfalls in Toronto gegründeten Chipherstellers Tenstorrent.

Aussagen gegen die Quellen geprüft · 7. August 2026

Was AMD selbst sagt: Die Mitteilung vom 6. August 2026 beschreibt Taalas’ Technik als eine, die „inference dataflows“ optimiere und „compute and memory bottlenecks associated with general-purpose architectures“ deutlich verringere. Vamsi Boppana wird zitiert mit „Taalas’ technology and world-class engineering team strengthen our AI portfolio by delivering differentiated inference performance and efficiency“, Taalas-Chef Ljubisa Bajic mit „Our Canada-based team has combined deep technical expertise with a willingness to challenge conventional approaches“. Eingeordnet wird die Technik in AMDs bestehendes Angebot – Helios-Rackscale-Systeme, Instinct-Beschleuniger, EPYC-Prozessoren und die ROCm-Software. Finanzielle Konditionen nennt AMD nicht; der Abschluss steht unter „customary closing conditions and regulatory approvals“.

Was Taalas ist: gegründet 2023, Sitz Toronto. Nach BetaKit sind CEO Ljubisa Bajic, COO Lejla Bajic und CTO Drago Ignjatovic allesamt frühere AMD-Beschäftigte und zuvor Führungskräfte bei Tenstorrent, das ebenfalls in Toronto entstand. Die Finanzierung lief in zwei Runden: 50 Millionen Dollar 2024 von Quiet Capital und dem Investor Pierre Lamond, 169 Millionen Dollar 2026 unter anderem von Fidelity – zusammen rund 219 Millionen Dollar. Als eigenen Anspruch gibt das Unternehmen aus, neue Chips binnen zwei Monaten auflegen zu können statt der branchenüblichen ein bis zwei Jahre, und Chips zu bauen, die „a thousand times more efficient“ seien als die Software-Entsprechung.

⚠️ Zu den Leistungszahlen: SiliconANGLE berichtet, der Testchip HC1 habe Metas Llama 3.1 8B mit „close to 17,000 tokens per second“ ausgeführt – rund 73-mal schneller als eine Nvidia H200 bei einem Zehntel des Stromverbrauchs; der Nachfolger HC2 ziele auf Modelle um 20 Milliarden Parameter. Das sind Angaben des Unternehmens, wiedergegeben von einem Fachmedium: keine unabhängige Messung, keine offengelegte Messmethode, kein dokumentierter Vergleich unter gleichen Bedingungen. Wir führen sie als Anspruch, nicht als Kennzahl. Ebenfalls nicht belegt ist der in Suchzusammenfassungen kursierende Abschlusstermin „viertes Quartal 2026“: Weder die Newsroom-Fassung noch die Investor-Relations-Fassung der Mitteilung, die wir beide geöffnet haben, nennt ein Quartal.