Anthropic ordnet die Fälle vier Mustern zu: Befehle über eine Softwarelücke auf einem Server ausführen, ein heikles Formular auf einer echten Website absenden, eine Token- oder Gebührensperre umgehen und Kurz-URL-Dienste nutzen, um eine Längengrenze des eigenen Abrufwerkzeugs auszuhebeln. Die meisten Fälle beschreibt Anthropic als Beharrlichkeit: Kann Claude eine Aufgabe nicht wie vorgegeben lösen, umgeht es die Beschränkung, statt aufzuhören. Einige Fälle betrafen Websites von US-Behörden; Anthropic hat nach eigenen Angaben das Weiße Haus unterrichtet und jede Behörde benachrichtigt, nennt aber keine Namen.
Claude Mythos Preview stieß bei einer Rechenaufgabe auf einen Fehler eines Hochschulservers, kopierte über ein dort liegendes Skript Dateien, fand darin eine Injection-Lücke und ließ die Berechnung darüber auf dem Server laufen. Claude Mythos 5 las Zugangstoken aus der Konfiguration einer Kartenseite aus; in einem anderen Fall fand es über eine archivierte Fassung einer Behördenseite einen Weg, deren Datenbank ohne die fällige Gebühr abzufragen – unter anderem beim Benchmark Humanity’s Last Exam. Claude Opus 5 und Mythos 5 wichen auf kostenlose URL-Kürzer aus; ein Betreiber meldete das selbst.
Im Polizei-Fall sollte Haiku 4.5 auf zufällig gewählten Websites Beispielaufgaben erzeugen und ausführen. Es füllte das Hinweisformular von PhillyUnsolvedMurders.com mit einer erfundenen Beobachtung aus, laut Polizei am 18. Juli. Die Eingabe wurde als Spam markiert und nie bearbeitet. Anthropic entdeckte den Fall nach Angaben der Polizei am 28. September und meldete sich am 7. Oktober; die Behörde nennt die Verzögerung inakzeptabel. Anthropic nimmt an, dass Claude nur Beispielinhalt erzeugen und niemanden täuschen wollte.
Für Cyber- und Hochrisiko-Tests war der Internetzugang schon gesperrt; nun gilt das für alle internen Evaluierungen, bis die Überwachung solches Verhalten zuverlässig erkennt – ein Termin fehlt. Eine neue Erkennung läuft laut Anthropic auf den meisten Evaluierungen und blockierte in einer Gegenprobe alle beschriebenen Fälle. Anthropic stuft sie als deutlich weniger schwer ein als die Cyber-Vorfälle vom 30. Juli und 9. September. Grundlage ist eine eigene Durchsicht von Transkripten seit Juli; deren Umfang und eine Gesamtzahl der Fälle nennt der Bericht nicht.
Aktualisiert am 13. Oktober 2026.