Bisher lief Claude Cowork nur als Desktop-Anwendung. Neu ist der Zugang über den Browser und dedizierte Mobil-Apps: Nutzer starten und verwalten Cowork-Sitzungen direkt aus der Claude-Oberfläche und können sie geräteübergreifend fortsetzen. Kern der Neuerung ist die serverseitige Ausführung (Beta) – Sitzungen und Dateien werden im Claude-Konto gespeichert, sodass der Agent lang laufende Aufgaben in der Cloud weiterführt, auch wenn der Rechner aus ist; geplante Aufgaben laufen selbst dann, wenn kein Gerät online ist. Chat und Cowork teilen sich künftig einen gemeinsamen Ort für Projekte und Artefakte.
Der Rollout ist gestaffelt: Zunächst erhalten Max-Abonnenten Zugriff auf Web und Mobil, Unterstützung für Pro, Team und Enterprise soll „in den kommenden Wochen“ folgen. Für Organisationen führt Anthropic Admin-Funktionen ein, mit denen sich Feature-Zugang, Ausgaben und Cowork-Nutzung über die gesamte Organisation steuern und nachverfolgen lassen. Anthropic untermauert die Reife mit Nutzungsdaten aus 1,2 Mio. anonymisierten Sitzungen (11.–31. Mai): Der größte Anteil entfällt auf Geschäftsabläufe (33,4 %), gefolgt von Content-Erstellung/Copywriting (16,4 %) und Softwareentwicklung (8,7 %).
Einordnung: Die Ausweitung ist über die Anthropic-Primärquelle und mehrere unabhängige Berichte (u. a. The Verge, InfoWorld, Golem, ComputerBase) belegt. Web- und Mobil-Erlebnis wie auch die Remote-Ausführung tragen den Beta-Vermerk; wie zuverlässig unbeaufsichtigte, mehrstündige Cloud-Sitzungen in der Praxis abschließen und welche Kosten sie verursachen, bleibt offen. Zur Abgrenzung: Microsofts gleichnamiges „Copilot Cowork“ ist ein separates Produkt (siehe verwandte Depesche).