Der Anthropic Economic Index ist eine wiederkehrende Auswertung, in der Anthropic untersucht, wie Claude in der Arbeitswelt genutzt wird. Für den Juni-2026-Bericht („Cadences“) kombinierte das Unternehmen eine direkte Nutzerbefragung mit aggregierten Nutzungsdaten: Die verknüpfte Endstichprobe umfasst laut Bericht rund 9.700 Befragte, deren Antworten mit der tatsächlichen Claude-Nutzung von Mitte Mai bis Anfang Juni 2026 über datenschutzwahrende Verfahren abgeglichen wurden.
Bei den selbst berichteten Effekten nennen große Mehrheiten Verbesserungen: 86 % berichten Gewinne beim Tempo, 82 % beim Umfang und 69 % bei der Qualität ihrer Arbeit. Mit Blick nach vorn erwartet „über ein Drittel“ der Befragten, dass KI in einem Jahr die meisten oder nahezu alle ihrer Arbeitsaufgaben übernehmen kann. Ein durchgängiges Muster ist der Erfahrungs-Gradient: Beschäftigte mit mindestens 15 Jahren Berufserfahrung setzen den heute schon KI-erledigbaren Aufgaben-Anteil rund 10 Prozentpunkte niedriger an als Berufseinsteiger im ersten Jahr.
Einordnung: Die Erhebung ist methodisch transparent, doch zwei Vorbehalte sind zentral. Erstens ist die Stichprobe selbst-selektiert – befragt wurden Menschen, die Claude ohnehin nutzen; ihre Einschätzungen spiegeln die Sicht engagierter Anwender, nicht die der gesamten Erwerbsbevölkerung. Zweitens handelt es sich um Selbstauskünfte über wahrgenommene Wirkung, nicht um eine objektive Messung von Produktivität oder Automatisierung. Als Anbieter-Erhebung sollten die Werte gegen unabhängige Studien gespiegelt und nicht als gemessener gesamtwirtschaftlicher Befund gelesen werden.