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Rund die Hälfte der KI-nutzenden Betriebe erwartet sinkende Löhne für Berufseinsteiger

Das ifo Institut hat am 12. August 2026 Ergebnisse einer Unternehmensbefragung veröffentlicht, an der nach Darstellung der Rezeption mehr als 3.000 Unternehmen in Deutschland teilnahmen, die bereits KI nutzen. Gefragt wurde nach den erwarteten Lohnwirkungen in den nächsten fünf Jahren, aufgeschlüsselt nach Berufserfahrung und Hochschulabschluss. Bei Beschäftigten mit weniger als fünf Jahren Erfahrung erwarten 48,3 Prozent der Betriebe ohne und 50,8 Prozent mit Hochschulabschluss sinkende Löhne – steigende erwarten nur 5,9 beziehungsweise 16,3 Prozent. Bei mindestens fünf Jahren Erfahrung fällt das Bild weniger düster aus: 40,4 Prozent (ohne Abschluss) und 37,5 Prozent (mit Abschluss) erwarten sinkende Löhne, bei den Hochschulabsolventen stehen dem 26 Prozent gegenüber, die steigende erwarten.

Die Zahlen im Einzelnen, für die nächsten fünf Jahre und jeweils Anteil der Betriebe, die sinkende beziehungsweise steigende Löhne erwarten: Bei weniger als fünf Jahren Berufserfahrung ohne Hochschulabschluss 48,3 gegen 5,9 Prozent, mit Hochschulabschluss 50,8 gegen 16,3 Prozent. Bei mindestens fünf Jahren Erfahrung ohne Hochschulabschluss 40,4 gegen 9,7 Prozent, mit Hochschulabschluss 37,5 gegen 26 Prozent. Die ifo-Forscherin Anna Ruffert fasst zusammen: „Insgesamt sehen wir, dass deutlich mehr Unternehmen negative Effekte erwarten als positive“ – und: „Künstliche Intelligenz wird aus Sicht vieler Unternehmen die Löhne nicht für alle Beschäftigten gleichermaßen beeinflussen. Am ehesten rechnen sie bei weniger erfahrenen Arbeitskräften mit sinkenden Löhnen.“

Nach Branchen fällt die Erwartung im Dienstleistungssektor am stärksten aus: 53,3 Prozent der Betriebe erwarten dort sinkende Löhne für Beschäftigte mit kurzer Erfahrung und ohne Hochschulabschluss, 44,2 Prozent auch für die mit langer Erfahrung. Es folgen der Handel mit 47,9 und 41,3 Prozent, das verarbeitende Gewerbe mit 46,5 und 38,9 Prozent und der Bau mit 39 und 31,3 Prozent. Die Rangfolge ist über beide Erfahrungsgruppen hinweg dieselbe – dort, wo Textarbeit den Alltag prägt, ist die Erwartung am schärfsten, am Bau am mildesten.

⚠️ Zur Beleglage und zu den Grenzen der Zahl: Die Erhebung stammt aus den ifo Konjunkturumfragen; die englische Fassung der ifo-Mitteilung, die wir geöffnet haben, nennt als Erhebungszeitpunkt Juni 2026 und „over 3,000 companies in Germany“. Dass ausschließlich bereits KI-nutzende Unternehmen befragt wurden, entnehmen wir der deutschen Rezeption (heise, dpa), nicht der ifo-Seite selbst – diese Einschränkung ist für die Lesart entscheidend, weil sie eine Selbstauswahl beschreibt. Die Prozentwerte sind über heise, t-online (dpa) und die ifo-Mitteilung deckungsgleich. Es handelt sich durchweg um Erwartungen von Betrieben, nicht um beobachtete Lohnentwicklungen; die Umfrage misst weder tatsächliche Lohnsetzung noch trennt sie zwischen nominalen Kürzungen und ausbleibenden Erhöhungen.