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Verlage beanspruchen Autorenanteile am Anthropic-Vergleich

Seit Anfang September 2026 erhalten Autorinnen und Autoren im 1,5-Milliarden-Vergleich gegen Anthropic ihre Zuteilungsbescheide. Der Autorenblog Writer Beware und die Authors Guild berichten übereinstimmend, dass Verlage und Literaturagenturen Anteile an Auszahlungen anmelden, für die ihnen die Rechte fehlen.

Aussagen gegen die Quellen geprüft · 7. September 2026

Der Vergleich teilt die Auszahlung nach dem Status des Buches auf. Für lieferbare Titel gilt eine hälftige Teilung zwischen Autor und Verlag; für selbstverlegte Werke und solche, deren Rechte zurückgefallen sind, steht die volle Summe der Autorenseite zu. Maßgeblich ist der 10. August 2022, das im Vergleich festgelegte Download-Datum: Wer die Rechte davor zurückerhalten hat, kann laut Authors Guild den vollen Betrag beanspruchen.

Writer Beware listet namentlich Verlage auf, die dennoch auf zurückgefallene Titel Anspruch erheben, darunter Penguin Random House, HarperCollins, Simon & Schuster, Macmillan, Hachette und Bloomsbury. Dazu kommen dreizehn Literaturagenturen, die zwischen 15 und 25 Prozent für sich reklamieren, obwohl sie an den Büchern keine Rechte halten. Die Autorin April Henry berichtete öffentlich von einem Anspruch von HarperCollins auf ein Buch, dessen Rechte vor mindestens 17 Jahren an sie zurückgingen.

Ob dahinter Absicht steckt, ist offen. Victoria Strauss von Writer Beware führt die Fehler eher auf schlechte Rechteverwaltung als auf böse Absicht zurück; die Authors Guild verweist darauf, dass einzelne Verlage dem Vergleichsverwalter bereits gemeldet haben, versehentlich eine Zuteilung von 100 Prozent gewählt zu haben. Die Guild rät, im Portal die Schaltfläche „Update Allocation“ zu nutzen und einen Rückfallbrief oder den Vertrag als Nachweis hochzuladen.

Die Anmeldung von Ansprüchen ist längst abgeschlossen: Nach Angaben der Vergleichs-Website endete die Frist am 30. März 2026, die Frist für Widerspruch oder Ausschluss am 9. Februar 2026. Verhandelt wird jetzt nur noch, wem das Geld aus den rund 500.000 erfassten Werken zusteht.