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Bill Gates will Berufe für Menschen reservieren und KI-Token besteuern – die Gefahrenschwellen seien überschritten

Bill Gates hat am 26. August 2026 ein knapp 6.000 Wörter langes Essay auf gatesnotes.com veröffentlicht und es mit Interviews bei MIT Technology Review und Semafor flankiert. Er schlägt drei Dinge vor: neue nationale und globale Institutionen, eine Kategorie von Berufen, die der Gesellschaft Menschen vorbehalten bleiben („Human Reserved“), und eine Steuer auf KI-Token und Roboter. Im Interview sagt er, mehrere Gefahrenschwellen seien bereits überschritten.

Die Primärquelle konnten wir nicht lesen: gatesnotes.com beantwortet unseren Abruf mit HTTP 403. Die im MIT-Interview verlinkte Kurz-URL gatesnot.es/AI-era leitet per 302 auf den Pfad „…/work/make-ai-work-for-everyone/reader/a-turbulent-ai-era-and-critical-choices-to-make“ weiter — diese Weiterleitung haben wir selbst beobachtet, den Text dahinter nicht. Einen Essay-Titel geben die Rezeptionen uneinheitlich bis gar nicht wieder; alles Folgende ist deshalb über vier unabhängige Rezeptionen belegt, zwei davon eigene Interviews mit Gates.

Fortune lag das Essay nach eigener Angabe vorab vor („shared with Fortune ahead of publication“) und beziffert es auf „nearly 6,000 words“. Als dessen Kern nennt Fortune drei Risiken, jeweils mit Zitat aus dem Text: Erstens würden „many jobs will disappear forever“. Zweitens bedeute KI, dass „even criminals with very limited skills will be able to target victims at every scale: individuals, companies, and governments“. Drittens fürchte Gates, „AI could stunt our kids’ development and replace human relationships“.

Die Lösungsseite steht in den Interviews. The Next Web beschreibt „Human Reserved“-Berufe als Tätigkeiten, die eine Gesellschaft bewusst Menschen überlässt, auch wenn KI sie erledigen könnte — die Analogie ist das Naturschutzgebiet, in dem man auf Nutzung verzichtet. Als dauerhaft menschlich nennt der Text Kinderbetreuung und Geschworenendienst; Bildung und Gesundheitswesen sollen nur teilweise geschützt werden. ⚠️ Die Obergrenze („At most 40% of jobs could realistically be reserved, which he describes as ‚as high as I can get‘“) steht allein bei The Next Web; Semafor verwendet eine 40-Prozent-Zahl in anderem Zusammenhang, nämlich für eine IWF-Schätzung zur weltweiten Betroffenheit von Jobs. Wir führen sie deshalb ausdrücklich als Angabe von The Next Web.

Der zweite Vorschlag ist eine Steuer. Heute werde Arbeit höher belastet als Kapital, referiert The Next Web, das System „nudges you toward replacing people with machines“ — eine Steuer auf KI-Token und Roboter solle diesen Anreiz drehen. Eine Höhe nennt Gates nur als Rechenbeispiel: „you can say 50% of your revenue from a token tax is paid to the government, and the government has that money to help people who lose their job because of AI“ (MIT Technology Review). Der dritte Vorschlag — neue nationale und globale Institutionen — bleibt in den geöffneten Rezeptionen unbeziffert; Fortune referiert ihn nur als Ruf nach „new institutions and frameworks“.

Die Dringlichkeit begründet Gates im Interview mit Mat Honan (MIT Technology Review, geführt in Kirkland, Washington) so: „We’ve crossed the threshold in terms of [AI’s] bio-capabilities, cyber-capabilities, psychosocial capabilities, job-market-destruction capabilities, and even the lack of control.“ Das Bioterror-Risiko stuft er höher ein als eine natürliche Pandemie: „I view bioterrorism risk, versus a natural pandemic, as about 50 times more scary, more likely than a natural pandemic risk.“ Für die Turbulenz veranschlagt er „the next 10 to 20 years“; ein Zustand des Überflusses sei „at least a decade away“.

Semafor (Reed Albergotti) ordnet den Text als Kehrtwende ein: „His warning is a striking shift from three years ago, when he wrote that … the transition would be ‚manageable‘.“ Dort sagt Gates auch „The goal of humanity is not economic optimization“ und „There isn’t a job that isn’t affected“. ⚠️ Dass er seine Position geändert habe, sagt Gates im MIT-Interview nicht ausdrücklich — das ist Semafors Einordnung, nicht sein Wort.