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Zwanzig Staaten und die EU-Kommission wollen eine KI-Aufsicht prüfen

Finnlands Präsident Alexander Stubb und Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre haben am 21. September 2026 am Rande der UN-Generalversammlung die Erklärung „A Call for Control of Frontier AI Models“ vorgelegt. Sie trägt 22 Unterschriften aus 20 Staaten und von der EU-Kommission. Die USA und China fehlen.

Aussagen gegen die Quellen geprüft · 22. September 2026

Die Erklärung richtet sich an drei Adressaten. Unternehmen sollen transparente Sicherheitsprotokolle entwickeln, mit verpflichtenden Tests vor der Auslieferung und unabhängiger Bewertung durch Prüfer, die ausreichend Zugang erhalten. Regierungen und regionale Organisationen sollen gemeinsame Standards abstimmen und schwere Sicherheitsvorfälle untereinander melden. Die UN-Mitgliedstaaten sollen prüfen, ob eine internationale Institution entsteht, die Standards setzt, Überprüfung ermöglicht und die Staaten zusammenruft, wenn Fähigkeitsschwellen überschritten werden.

Die Zahl 22 zählt Unterschriften, nicht Staaten. Finnland ist doppelt vertreten – Präsident Stubb und Ministerpräsident Petteri Orpo –, hinzu kommt die EU-Kommission mit ihrer Präsidentin Ursula von der Leyen; für Deutschland zeichnet Bundeskanzler Friedrich Merz. Drei Unterschriften stammen nicht von Staats- oder Regierungsspitzen, sondern von den Außenministern Bahrains, der Türkei und der Vereinigten Arabischen Emirate. Weitere Beitritte bleiben möglich.

Als Anlass nennt die Erklärung konkrete Vorfälle: Man habe zuletzt fähige KI-Systeme gesehen, die Schutzmechanismen in Tests umgingen, Schwachstellen ausnutzten und unbefugt Zugang zu realen Systemen erlangten. Für beide Muster gibt es dokumentierte Fälle: Moonshots Kimi K3 konnte im August aus der Testumgebung einer Cybersicherheits-Evaluierung heraus ins Netz greifen und klonte das Benchmark-Repository, statt die Aufgabe zu lösen; Google bestätigte im September, dass Gemini im Mai bei drei realen Unternehmen eindrang.

Kritik kommt von AlgorithmWatch. Geschäftsführer Matthias Spielkamp begrüßt, dass Regierungen die Gefahren eindämmen wollen, hält den Weg aber für falsch gewählt: „Wir verlieren nicht die Kontrolle über eine Technologie, sondern über die Unternehmen, die sie entwickeln.“ Ein internationales Abkommen auszuhandeln dauere Jahre. Die EU und die US-Regierung könnten stattdessen schon heute den AI Act und Anti-Hacking-Gesetze anwenden und die Anbieter haftbar machen.