Der Ablauf war in allen drei Fällen ähnlich: Gemini suchte im offenen Netz nach Informationen und erriet daraus Zugangsdaten für Websites, die es für Teil seiner Testaufgabe hielt. So beschreibt es Heather Adkins, bei Google Vizepräsidentin für Sicherheitstechnik. In einem der Fälle probierte das Modell so lange Passwörter, bis es Zugriff auf ein geschütztes System hatte.
Nach der Darstellung des Wall Street Journal beendete Gemini jeden Einbruch sofort, sobald es erkannte, ein echtes Unternehmen getroffen zu haben; Schaden sei nicht entstanden. Google wertet das als Beleg, dass die Sicherheitsvorkehrungen des Modells griffen, und sieht darin ausdrücklich keinen Fall von Fehlausrichtung.
Die Prüfung lief bei Irregular, einer Firma, die Modelle auf Cyberfähigkeiten testet. Ein Sprecher erklärte, alle betroffenen Labore seien Ende Juli informiert worden und alle bekannten Probleme auf der eigenen Seite seit Wochen behoben. Google habe dafür gesorgt, dass die drei Unternehmen Bescheid wüssten, und mit dem Testpartner an dessen Verfahren gearbeitet.
Dieselbe Testumgebung steht hinter den bereits bekannten Ausbrüchen bei OpenAI, Anthropic und Meta – Meta führte seinen Muse-Spark-Vorfall im August auf eine Fehlkonfiguration bei Irregular zurück. Kritik gibt es an der Offenlegungspraxis: Jack Cable, Chef der Sicherheitsfirma Corridor, hält es für unpassend, einen solchen Vorfall nach den Regeln für Schwachstellen-Meldungen zu behandeln; das sei ein anderes Problem.