Die Autoren David Strömberg, Victor Lei und Yanhui Wu verknüpfen für einen zentralchinesischen Landkreis mit über einer Million Einwohnern 30 Monate Paneldaten von 26.811 Schülerinnen und Schülern der Klassen 7 bis 12: monatliche Klausuren, Aufnahmeprüfungen für weiterführende Schulen und Hochschulen sowie Hausaufgaben-Noten und -Bearbeitungszeiten über neun Fächer. Im Beobachtungszeitraum stieg die selbstberichtete KI-Nutzung von nahezu null auf rund 80 Prozent.
Sechs Monate nach dem Einstieg in die KI-Nutzung lagen die Hausaufgabennoten der Nutzer im Schnitt um 18 Prozent höher, bei etwa 30 Prozent kürzerer Bearbeitungszeit. Zugleich sanken die Ergebnisse in den monatlichen Klausuren um 20 Prozent; in den entscheidenden Aufnahmeprüfungen fielen die Werte um 18 bis 24 Prozent, wobei der volle Effekt erst nach rund zwei Jahren sichtbar wurde. Die größten Verluste zeigten sich in den Sozialwissenschaften, gefolgt von MINT-Fächern und Sprachen, und besonders bei jüngeren, leistungsstarken Schülern.
Zur Kausalität nutzt die Studie ein Difference-in-Differences-Design, das Leistungsänderungen eines Schülers vor und nach dem KI-Einstieg mit noch nicht umgestiegenen Mitschülern vergleicht. Einordnung: Es handelt sich um ein CEPR-Diskussionspapier (Nr. DP21577, zugleich als SSRN-Working-Paper geführt) und damit um noch nicht abschließend begutachtete Beobachtungsforschung; die Zahlen sind Selbstauskünfte zur Nutzung plus administrative Leistungsdaten, kein kontrolliertes Experiment.