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Genesis Mission: Washington sagt über fünf Milliarden Dollar für KI in der Forschung zu – während der Grundetat schrumpft

Das Weiße Haus hat am 22. Juli 2026 mehr als fünf Milliarden US-Dollar an Bundesmitteln für die „Genesis Mission“ zugesagt und damit das im November 2025 per Präsidialerlass gestartete Programm von einem Vorhaben des Energieministeriums zu einer regierungsweiten Initiative über mehr als 15 Behörden ausgeweitet – darunter NIH, NSF, NASA, NIST, CDC, DHS und das Veteranenministerium. Zeitgleich benannte das Energieministerium die ersten 278 geförderten Forschungsprojekte, verteilt auf fünf Themenfelder mit 14 konkreten Challenges von chronischen Krankheiten über Netzmodernisierung und Halbleiterfertigung bis zur Erkennung biologischer Bedrohungen.

Die Ankündigung des Weißen Hauses vom 22. Juli 2026 bündelt zwei Dinge. Erstens die Zusage von mehr als fünf Milliarden US-Dollar an Bundesmitteln, mit denen die Genesis Mission über das Energieministerium hinaus auf mehr als 15 Bundesbehörden ausgedehnt wird; genannt sind unter anderem HHS und NIH, NSF, NASA, das Verkehrsministerium, das Veteranenministerium, CDC, DHS, das Landwirtschaftsministerium, das Innenministerium und NIST. Zweitens die Auswahl von 278 Forschungsprojekten durch das Energieministerium, gegliedert in fünf Themenfelder mit insgesamt 14 Challenges. Wissenschaftsberater Michael Kratsios ordnet das Programm historisch ein: „America’s greatest scientific achievements have been born of national mobilizations paired with the construction of new institutions.“ Energieminister Chris Wright nennt die Auswahl „the very best of our nation’s scientific enterprise“. NIH-Direktor Jay Bhattacharya kündigt unter dem Namen „Bio Genesis Mission“ einen eigenen Zweig an, der KI und Hochleistungsrechnen auf die Ursachenforschung von Krankheiten richten soll.

Die Genesis Mission geht auf einen Präsidialerlass vom November 2025 zurück und wird von Darío Gil geleitet, dem Unterstaatssekretär für Wissenschaft im Energieministerium. Die inhaltliche Spannweite reicht von chronischen Krankheiten, Kinderkrebs und Wirkstoffforschung über Netzmodernisierung, Halbleiterfertigung und Quantencomputing bis zu Weltraumdaten-Auswertung und der Erkennung biologischer Bedrohungen. Aus der Industrie ist Microsoft mit einem Programm namens SPARK („Scientific Partnership Advancing Research & Knowledge“) sowie mit Cloud- und KI-Guthaben beteiligt – ein Detail, das die Bauweise des Programms zeigt: Die Rechenkapazität kommt zu erheblichen Teilen von privaten Anbietern.

Die Kritik setzt nicht am Programm an, sondern an seiner Umgebung. Scientific American berichtet am selben Tag, dass die Gesamtförderung für Wissenschaft 2027 sinkt und rund eine Milliarde US-Dollar an NSF-Zuschüssen zurückgehalten wurde; zugleich wehren sich Tausende Forschende und mehrere Nobelpreisträger gegen eine geplante Regeländerung, die politisch Ernannten statt Fachgutachtern die Kontrolle über Förderentscheidungen geben würde. TechPolicy.Press hatte den Widerspruch schon im April 2026 an der ersten, 293 Millionen US-Dollar schweren Genesis-Ausschreibung festgemacht: Der Haushaltsentwurf für 2027 sieht für die NSF eine Kürzung von rund 8,8 auf 4,0 Milliarden US-Dollar vor – 55 Prozent. Asad Ramzanali vom Vanderbilt Policy Accelerator, zuvor im Wissenschaftsbüro der Biden-Regierung, formuliert es dort so: „Announcing $300 million for these challenges is a good thing to do, and I hope it spurs all types of innovation, but I worry that this comes in the context of the president’s budget also proposing a 55% cut to the National Science Foundation.“

Zur Beleglage: Summe, Behördenzahl, Projektzahl und Struktur stammen aus der Mitteilung des Weißen Hauses und sind insoweit Regierungs-Eigenangaben; unabhängig bestätigt sind sie durch die Berichterstattung von Scientific American und Engadget vom selben Tag, die dieselben Eckdaten nennen. Wie viel der zugesagten fünf Milliarden neues Geld ist und wie viel Umwidmung bestehender Etats, geht aus der Ankündigung nicht hervor – das ist die offene Frage, die über die Tragweite entscheidet und die wir weiterverfolgen.