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Leiden Declaration fordert Regeln für KI in der Mathematik

Auf dem Mathematiker-Kongress in Philadelphia wurde am 26. Juli 2026 die Leiden Declaration on Artificial Intelligence and Mathematics vorgestellt. Die von der International Mathematical Union unterstützte Erklärung formuliert elf Punkte für einzelne Mathematiker sowie weitere Empfehlungen für Organisationen und Politik. Ende Juli standen mehr als 3.000 Unterschriften darunter.

Der Text entstand aus der Konferenz Mechanization and Mathematical Research am Lorentz Center im September 2025. Rund 60 Teilnehmende aus zehn Ländern arbeiteten anschließend unter Jim Portegies an der Erklärung. Sie ist auf den 2. Juni 2026 datiert und wurde beim ICM in Philadelphia öffentlich vorgestellt.

Für einzelne Mathematiker listet die Erklärung elf Punkte: Sie sollen den Einsatz von Werkzeugen offenlegen, Nachprüfbarkeit unterstützen, die Verantwortung für die Korrektheit behalten, menschliche Autorschaft kenntlich machen und ethische Folgen abwägen. Acht Empfehlungen richten sich an Organisationen und nicht-kommerzielle Förderer, vier an die Politik; die kommerzielle KI-Industrie wird zusätzlich adressiert.

Die Begründung bleibt nüchtern: Automatisierte Verfahren können plausible, aber falsche Argumente erzeugen, deren Fehler schwer zu erkennen sind. Die Erklärung ist allerdings keine bindende Regel. Ob Zeitschriften oder Förderer daraus Offenlegungspflichten machen, bleibt offen; auch der Unterschriftenzähler ist nur eine wachsende Momentaufnahme.