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OpenAI misst „Task Crossover“: 43,5 Prozent der berufsspezifischen ChatGPT-Anfragen betreffen fremde Berufe

OpenAI hat am 27. Juli 2026 eine Auswertung von über 800.000 arbeitsbezogenen ChatGPT-Nachrichten US-amerikanischer Geschäftskunden veröffentlicht und daraus einen „Task Crossover“-Effekt abgeleitet: 43,5 Prozent der berufsspezifischen Anfragen betreffen Aufgaben, die klassischerweise einem anderen Beruf zugeordnet sind. Über alle arbeitsbezogenen Nachrichten gerechnet liegt der Anteil bei knapp 17 Prozent – rund 19 Prozent in den kleinsten Betrieben gegenüber etwa 16 Prozent in großen Organisationen. Allgemeine Tätigkeiten wie Schreiben, Zusammenfassen oder Terminplanung hat OpenAI ausgeschlossen; die Zuordnung erfolgte über die US-Berufsdatenbank O*NET.

Die Methode nach Darstellung der Rezeption: Ausgewertet wurden mehr als 800.000 arbeitsbezogene ChatGPT-Nachrichten von Geschäftskunden in den USA. Aufgaben wurden über die US-Berufsdatenbank O*NET Berufen zugeordnet; breite, berufsunspezifische Tätigkeiten wie Schreiben, Zusammenfassen und Terminplanung blieben ausgeschlossen, damit nur fachlich zuordenbare Anfragen in die Rechnung eingehen. Betrachtet wurden dann Anfragen wie das Erstellen von Marketing-Material, Software-Fehlersuche, finanzielle Berechnungen oder das Erklären von Vorschriften.

Die Kernzahl: 43,5 Prozent der berufsspezifischen Anfragen betreffen Aufgaben, die einem anderen Beruf zugeordnet sind. Bezogen auf alle arbeitsbezogenen Nachrichten liegt der Anteil bei knapp 17 Prozent. Die Betriebsgröße macht einen messbaren Unterschied: In den kleinsten Unternehmen überschreiten rund 19 Prozent der arbeitsbezogenen Anfragen die Berufsgrenze, in großen Organisationen etwa 16 Prozent – laut OpenAI, weil dort spezialisierte Teams seltener verfügbar sind. Am häufigsten übernommen werden nach dieser Auswertung Marketing- und Engineering-Aufgaben.

Einordnung und offene Punkte: Die Untersuchung misst Anfragen, nicht Ergebnisse – ob die berufsfremd erledigte Vertragsprüfung fachlich taugt, sagt sie nicht. Auch die Zuordnung selbst ist eine Interpretationsleistung: „Aufgabe gehört zu Beruf X“ folgt aus einer O*NET-Klassifikation, nicht aus der tatsächlichen Stellenbeschreibung der Nutzenden. OpenAI benennt die Grenzen ausdrücklich: Die Forschung stelle nicht fest, ob KI vollständig neue Querschnittsverantwortlichkeiten erzeuge oder bestehende Aufgaben nur unterstütze, und sie messe weder Produktivität noch Arbeitsqualität noch Einstellungseffekte.

Zur Quellenlage: Die Primärveröffentlichung auf openai.com ist real, war für unseren automatisierten Abruf aber mit HTTP 403 gesperrt (Bot-Schutz, kein toter Link). Wir haben die Zahlen deshalb an zwei unabhängigen Sekundärquellen geprüft, die dieselbe Veröffentlichung auswerten, und die Primär-URL im Beleg behalten. Alle Zahlen sind anbieter-selbstberichtet und liegen nicht in unabhängig reproduzierbarer Form vor – die zugrunde liegenden Nachrichten sind naturgemäß nicht öffentlich.