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Microsoft holt AMDs Helios-Racks „at scale“ in die Azure-Cloud

Microsoft und AMD haben am 20. Juli 2026 eine erweiterte Partnerschaft angekündigt: Azure setzt AMDs neue „Helios“-Rackscale-Plattform in großem Maßstab für KI-Inferenz an Frontier-Modellen ein – ein integriertes Rack aus AMD-Instinct-MI455X-Beschleunigern, EPYC-„Venice“-CPUs (Zen 6), Pensando-Netzwerk und der ROCm-Software. Die Auslieferung an Kunden, darunter Microsoft, soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen. Zum Umfang des Deals (Stückzahlen, Vertragsvolumen) machten beide Seiten keine Angaben.

Microsoft kündigt in einem Blogpost vom 20. Juli 2026 drei neue Azure-Instanzfamilien auf AMD-Basis an: Azure HDv2 (für agentische KI und Datenpipelines) mit rund 500 physischen Kernen der 6. EPYC-Generation, 4 TB RAM, 32 TB lokalem NVMe-Speicher und 400 Gb Azure-Boost-Netzwerk; Azure HXv2 (für Chip-Design/EDA und technisches Rechnen) mit 176 EPYC-Kernen der 6. Generation jenseits von 5 GHz, 50 % mehr adressierbarem Cache pro Kern, bis zu 4 TB RAM und 800 Gb InfiniBand; sowie die KI-Inferenz-Serie ND MI455X v7, die auf AMDs Helios-Rackscale-Lösung aufsetzt.

Helios ist AMDs integriertes, offenes Rackscale-System, das die Instinct-MI455X-Beschleuniger mit den EPYC-„Venice“-Prozessoren (Zen 6), Pensando-Netzwerksilizium und dem ROCm-Software-Stack bündelt – ausdrücklich als Alternative zu Nvidias GPU-Rack-Systemen positioniert. AMD will Helios ab der zweiten Jahreshälfte 2026 an Kunden einschließlich Microsoft ausliefern. Über den Umfang der Bestellung schweigen sich beide Unternehmen aus; die Ankündigung fiel mit AMDs Hausmesse „Advancing AI“ zusammen und ist insoweit anbieter-getrieben.

Parallel berichten Sekundärquellen (u. a. The Decoder unter Verweis auf SemiAnalysis und das öffentliche GitHub-Profil eines AMD-Managers), auch Anthropic befinde sich in einer Testphase mit AMD-Hardware und habe dabei die höchste Prioritätsstufe gleichauf mit Großkunden wie Meta erhalten. Dieser Punkt ist von Anthropic wie AMD nicht offiziell bestätigt und bleibt einzuordnen als unbestätigter Hinweis. Unabhängig davon fügt sich der Azure-Deal in ein größeres Muster: Compute – Rechenleistung wie Speicher – ist der Engpass des KI-Booms, und die großen Anbieter arbeiten daran, ihre Hardware-Basis breiter aufzustellen und Nvidias Preismacht zu dämpfen.