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OpenAI-KI gewinnt AtCoder-Weltfinale: alle fünf Algorithmus-Aufgaben gelöst, kein Mensch kommt heran

Beim AtCoder World Tour Finals 2026 (Algorithm-Division, Tokio, 9. Juli) trat ein OpenAI-Reasoning-System im Ausstellungsmatch gegen die zum Finale geladene Weltspitze im kompetitiven Programmieren an – und gewann deutlich. Es löste als Einziges alle fünf Aufgaben und kam auf 8.300 Punkte; der bestplatzierte Mensch (Handle tour1st) erreichte 4.300 Punkte mit drei gelösten Aufgaben. Der Wettbewerb lief 420 Minuten mit fünf Aufgaben zwischen 900 und 2.500 Punkten; die beiden härtesten löste kein menschlicher Teilnehmer. Laut OpenAI-Forscher Borys Minaiev besteht das System aus „einem Modell plus einem kleinen Harness zur Skalierung der Rechenzeit“ und sei „vergleichbar mit GPT-5.6“.

Der AtCoder World Tour Finals ist das Einladungs-Finale der Wettkampfplattform AtCoder in Tokio, zu dem die bestplatzierten Programmierer der Jahres-Rangliste antreten. Die Algorithm-Division 2026 umfasste fünf Aufgaben über eine Laufzeit von 420 Minuten (rund sieben Stunden), mit Aufgabenwerten zwischen 900 und 2.500 Punkten. Das OpenAI-System trat als Ausstellungsteilnehmer („Human vs. AI“) außerhalb der offiziellen Wertung an.

Das Ergebnis: Das System löste als einziger Teilnehmer alle fünf Aufgaben und kam auf 8.300 Punkte. Der stärkste Mensch (Handle tour1st) erreichte mit drei gelösten Aufgaben 4.300 Punkte – also gut die Hälfte. Die beiden schwersten Aufgaben löste kein menschlicher Teilnehmer. Zum Feld gehörten Spitzen der Szene wie tourist, jiangly, ecnerwala und ksun48 (AtCoder-Ratings jenseits 3.600).

OpenAI-Forscher Borys Minaiev – selbst ehemaliger ICPC-Weltmeister – kommentierte das Ergebnis im Livestream als „eigentlich ziemlich unerwartet“ und ordnete die beiden härtesten Aufgaben als schwerer ein als alles, was das Team zuvor an AtCoder-Material gesehen habe; „vor sechs Monaten“ hätte das System die meisten davon noch nicht lösen können. Nach seiner Beschreibung handelt es sich um „ein Modell plus einen kleinen Harness“, der die Rechenzeit zur Laufzeit skaliert – vergleichbar mit dem am selben Tag allgemein freigegebenen GPT-5.6, aber nicht als benanntes Produkt.

Einordnung: Belastbar sind der Ergebnisrahmen (alle fünf Aufgaben, 8.300 zu 4.300 Punkte, kein Mensch löst die zwei härtesten) und die offizielle KI-Teilnahme, die AtCoder vorab ankündigte; sie decken sich über mehrere unabhängige Berichte und Minaievs Live-Kommentar. Vorsicht ist bei der Verallgemeinerung geboten: Ein Ausstellungsmatch ohne offizielle Wertung, ein eng definierter Wettkampf-Kontext und ein nicht klar benanntes System (mit zusätzlichem Test-Time-Compute) lassen keinen direkten Schluss auf allgemeine Programmier- oder Arbeitsleistung zu. Der Befund reiht sich in die 2025er Serie (IOI, ICPC, WTF-Heuristik) ein und markiert den Punkt, an dem die algorithmische Wettkampfspitze zugunsten der KI kippt.