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OpenAI sperrt russische Tarnkampagne mit bislang höchster Wirkungsstufe

OpenAI hat am 8. Oktober 2026 zwei verdeckte Einflussoperationen aus Russland und Iran gemeldet und die beteiligten ChatGPT-Konten gesperrt. Die russische Operation „Dark Clark“ steuerte über eine erfundene Person einen angeblichen Thinktank in Lateinamerika. OpenAI stuft sie als erste in seinen Berichten in Kategorie 5 von 6 ein.

Aussagen gegen die Quellen geprüft · 13. Oktober 2026

Die russischen Betreiber griffen über VPN auf ChatGPT zu. Sie schrieben damit vor allem Berichte an einen unbekannten Auftraggeber, erstellten Inhalte und berichteten über das „Social Research Center“, eine angebliche Forschungsplattform in Lateinamerika. Gesteuert wurde sie offenbar über die erfundene Person „Mia Clark“; Menschen vor Ort arbeiteten laut OpenAI unwissentlich mit. Die Kampagne zielte vor allem auf den Ruf der Ukraine in der Region, teils auch auf die Politik in Argentinien und Bolivien.

In Bolivien verbreitete die Kampagne Ende Mai, auf dem Höhepunkt regierungskritischer Proteste, eine gefälschte Tonaufnahme: Ein Mitarbeiter des staatlichen Wasserversorgers EPSAS kündigte darin angeblich an, La Paz das Wasser abzustellen; es folgten ein Faktencheck und ein amtliches Dementi. In Ecuador widersprach der Bildungsminister ausführlich der erfundenen Meldung, Schulen hätten eine Treuezeremonie für Präsident Daniel Noboa und Blackwater-Gründer Erik Prince abgehalten. Nicht alle verbreiteten Inhalte stammten laut OpenAI aus seinen Modellen.

Die iranische Operation „Bogus Bylines“ bot unter sieben erfundenen Autorennamen Artikel zum Konflikt zwischen den USA und Iran an. Laut OpenAI erschienen fast 100 davon bei rund einem Dutzend kleiner und mittlerer Onlinemedien, der früheste im Juli 2025. Die zusätzlich erzeugten Kommentare in sozialen Netzwerken kamen dagegen nur auf ein- bis zweistellige Likes und Aufrufe; insgesamt ordnet OpenAI die Operation in Kategorie 4 ein.

Die Stufen folgen der Breakout Scale, die Einflussoperationen nach ihrer Ausbreitung von 1 bis 6 einordnet. Eine unabhängige Prüfung der Reichweite liegt nicht vor. OpenAI hat die Erkenntnisse zu beiden Fällen nach eigenen Angaben an die zuständigen Behörden weitergegeben.

Aktualisiert am 13. Oktober 2026.