Der Fehler mit der Kennung CVE-2026-99999 (CVSS 9,3) steckt nicht im Hypervisor, sondern im Netzwerkcode des Linux-Kernels. Über präparierte Pakete an die virtuelle Netzwerkkarte kann ein Gast Bytes im Kopf eines IPv4-Pakets umschreiben, nachdem der Host sie bereits geprüft hat. Je ausgelöstem Fall gelangen so 32 Byte Kernelspeicher des Hosts in ausgehende Pakete. Der Fix von Red-Hat-Entwickler Michael S. Tsirkin führt den Fehler auf Kernel-Änderungen von 2008 und 2010 zurück.
Nach Darstellung von pwn.ai legten Menschen die Strategie fest, GPT-5.6 Sol arbeitete in der hauseigenen Umgebung Omega-Pwn als Hauptmodell für die Analyse des Quellcodes. Die Schwachstelle fand das Team binnen drei Tagen für weniger als 700 Dollar an API-Kosten, die vollständige Angriffskette brauchte Wochen. Vercel nennt den Bericht den wichtigsten seines Wettbewerbs, er ging am dritten Tag ein.
Dass sich Host-Speicher aus seinen Produktions-Sandboxen auslesen ließ, hat Vercel bestätigt; Zugriffe auf Kundendateien, Geheimnisse oder Anwendungsdaten seien laut Vercel nicht festgestellt worden. Eigenen Code auf dem Host führte pwn.ai nur im Labor auf eigenen Rechnern mit Linux 6.12 und 7.x aus. Eine Ausnutzung in freier Wildbahn war laut CSO bis zum 20. Oktober nicht bekannt, die Forscher erwarten erste Exploits innerhalb von Wochen.
Korrigierte Kernel liegen für alle gepflegten Stable-Zweige von 5.10 bis 7.2 vor. Fly.io startete vom 16. auf den 17. Oktober seine gesamte Flotte rollierend neu, jeder Host fiel dabei 15 bis 20 Minuten aus. Sakura Internet stoppte in Japan vorübergehend Neuanmeldungen für Cloud und VPS. AWS erklärt EC2, Lambda und Fargate für nicht betroffen.