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Richterin Lin bezweifelt Belege für Anthropics Risikoeinstufung

US-Bezirksrichterin Rita F. Lin äußerte am 30. Juli 2026 Zweifel an der Einstufung Anthropics als „supply-chain risk“ durch das US-Verteidigungsministerium. In der Verhandlung sah sie keine zusätzlichen Belege für einen möglichen Sabotage- oder Kill-Switch-Zugriff auf ausgelieferte Modelle. Eine schriftliche Entscheidung über die Anträge auf abschließende Entscheidung steht noch aus.

Lin verhandelte wechselseitige Anträge auf summary judgment, also eine Entscheidung ohne vollständige Beweisaufnahme. Sie hatte die Einstufung im März vorläufig gestoppt und nahm die Anträge nun zur Entscheidung an. Einen Termin für den schriftlichen Beschluss nannte sie nicht.

Nach der Berichterstattung stützt die Regierung ihre Maßnahme auf Anthropics Verweigerung bestimmter rechtmäßiger Nutzungen, Zweifel am Einsatz von Claude in Auslandseinsätzen und den Umgang mit sensiblen Informationen. Hinzu kommt die Behauptung, Anthropic könne Modelle im Einsatz verändern oder deaktivieren.

Die Richterin fragte nach konkreten Tatsachen, die eine Sabotage der Software nahelegen würden, und fand nach eigener Aussage keinen Beleg für eine nachträgliche Veränderbarkeit ausgelieferter Modelle, einen Kill-Switch oder verdeckte Steuerungsmechanismen. Anthropics Vertragsklauseln sollen zudem zusichern, militärische Operationen nicht zu stören.

Die Einstufung erfolgte laut der Berichterstattung Anfang März, nachdem Anthropic Massenüberwachung und autonome Waffen als Behördennutzung ablehnte. Lins Skepsis ist eine Äußerung aus der mündlichen Verhandlung, kein Urteil. Bis zur schriftlichen Entscheidung bleibt offen, ob der vorläufige Stopp dauerhaft wird.