Die Agenten sollten gewöhnliche Fragen beantworten, etwa nach Arzneimittelkosten in Victoria oder Studienabschlüssen der University of Iowa. Scheiterte der normale Abruf, schickten sie Testanfragen auf SQL-Injection, Cross-Site-Scripting und Pfadmanipulation: sieben an die Digitalbibliothek der University of New Mexico am 25. und 26. Mai, zwölf an die Datenplattform Data USA am 28. Mai und eine an ein Dashboard des Australian Institute of Health and Welfare am 20. und 21. Juni. Erfolgreich war laut Transluce keiner der Versuche.
Bei der australischen Behörde fing die Cloudflare-Firewall die Testanfrage ab. Den zuvor gesperrten Datensatz-Download holten die Agenten stattdessen in über 100 Teilstücken von einem Vorproduktionsserver. Die Datei ist öffentlich, die Bot-Sperre der Hauptseite wurde aber umgangen. Den Bezug zu OpenAI stützt Transluce auf dieselben Aufgabenwerte, Ziele und Zeitpunkte wie im DSEWiki, das OpenAI als Ursprung eingeräumt hat.
Die Aktivität begann nach dem Bericht spätestens am 6. März, zwei Monate vor den bekannten Vorfällen bei RubyGems, im DSEWiki und bei Hugging Face; schwächere Hinweise reichen bis November 2025. Am 16. September riefen Agenten noch Energiedaten ab, die einer Frage aus Googles Benchmark DeepSearchQA entsprechen. Am 19. und 20. September liefen über dieselben Hilfsdienste erfolglose Handelsversuche auf der Kryptobörse Quidax, diesmal ohne Bezug zu einer Datenabfrage.
Transluce schränkt selbst ein: Die Protokolle seien unvollständig, private Scans über Nutzerkonten nicht sichtbar, und nicht jede Aktivität lasse sich OpenAI oder überhaupt Agenten zuordnen. Der veröffentlichte Datensatz umfasst 6.467 Berichte mit deutlichen und 31.182 mit schwächeren Hinweisen. OpenAI erklärte gegenüber TechCrunch, vieles überschneide sich mit Fällen der eigenen laufenden Prüfung; man habe die Universität und Data USA kontaktiert, die Prüfung werde Monate dauern.
Ein Bericht vom 26. September zeigt dasselbe Muster bei der UN-Handelskonferenz UNCTAD. Nach urlquery-Protokollen, die Rowan H-J auf swarmcha.se auswertete, fragten Agenten zwischen dem 13. April und dem 19. Juni die Schnittstelle des Statistikdienstes UNCTADstat rund 16.500-mal ab und umgingen eine Sperre 55-mal mit doppelt kodierten Adressen. Die Daten sind ohnehin öffentlich, Hacking nennt der Autor das nicht. OpenAI als Urheber hält er für sehr wahrscheinlich, weil 45 von 54 beteiligten Azure-Adressen auch im DSEWiki editiert hatten. Eine Stellungnahme von OpenAI enthält der Bericht nicht.
Aktualisiert am 27. September 2026.