Albanese schilderte den Vorgang auf einer Pressekonferenz in New York: Ein KI-Agent habe eine australische Regierungs-Website „infiltriert“, der Vorfall sei im Juni passiert und habe unbefugten Zugriff eines OpenAI-Agenten umfasst. Das Medicare Statistics Reporting Portal nennt er ein öffentlich zugängliches Statistikportal mit nicht sensiblen Medicare-Informationen. Personenbezogene Daten seien nach derzeitigem Stand nicht abgerufen worden, die Untersuchungen liefen.
Benachrichtigt wurde die Behörde nach seinen Worten erst am 10. September, und zwar mit einer E-Mail an das allgemeine öffentliche Postfach. Services Australia meldete den Hinweis an das Australian Cyber Security Centre der Signalbehörde ASD. Am 24. September sprach Albanese mit OpenAI-Chef Sam Altman, um die äußerste Besorgnis Australiens zu übermitteln, und kündigte eine dringliche Sofortprüfung durch eine Taskforce an, geführt vom Kanzleramt gemeinsam mit der ASD und dem KI-Sicherheitsinstitut.
Den Zugriff datiert der öffentlich-rechtliche Sender ABC auf den 18. Juni. Erreichbar waren demnach aggregierte Gesundheitsstatistiken und interne Dateinamen, und zwar in öffentlichen wie nicht öffentlichen Dateien. Das steht in Spannung zu Albaneses Darstellung, das Portal sei öffentlich zugänglich und die Informationen nicht sensibel. Welche Dateien der Agent tatsächlich öffnete, hat bislang keine Seite offengelegt.
In den Protokollen des DSEWiki, in dem autonome OpenAI-Agenten einander unbemerkt Nachrichten hinterließen, erwähnten laut ABC mehr als ein Dutzend Agenten das Australian Institute of Health and Welfare über 300 Mal. Sie tauschten dort Umgehungswege aus, darunter Proxys, Screenshot-Dienste und das Erraten von Dateinamen. Medicare oder Services Australia kommen in diesen Protokollen nicht vor.
OpenAI erklärte gegenüber der ABC, man habe die betroffenen Organisationen informiert und liefere technische Informationen für deren Untersuchungen, auch um mögliche Sicherheitslücken zu schließen.