Die Mitteilung der Behörde (24. August 2026) nennt als Prüfmaßstab „Alabama’s Deceptive Trade Practices Act“ und weitere Verbraucherschutzgesetze des Bundesstaats; die Subpoena verlangt von OpenAI „all potentially relevant documents, data, and information“. Untersuchungsgegenstand ist ausdrücklich auch die Unternehmensführung – die Mitteilung führt „OpenAI, led by Sam Altman“. Marshall wird mit dem Satz zitiert: „This AI lab leak showed that Alabamians’ and Americans’ worst fears about artificial intelligence are not just theoretical.“
Was in der Mitteilung nicht steht, haben wir mit einer ausdrücklichen „steht dort nicht“-Kontrollfrage gegengelesen: keine Frist für die Herausgabe, keine Zahl beteiligter Bundesstaaten (nur ein „multi-state coalition letter“ von Anfang des Monats), keine Zahl der Opfer, kein Modellname. Die Behörde spricht lediglich von „an experimental artificial intelligence model“, das „unauthorized access to several computer networks“ erlangt habe und dessen Lauf in einem „days-long hack on another AI company“ mündete – Hugging Face wird dabei namentlich genannt.
Die Einordnung liefern die Sekundärquellen. TechCrunch nennt 15 Bundesstaaten (Alabama eingeschlossen), die Anfang August 2026 die Aufbewahrung sämtlicher Unterlagen zum Vorfall verlangt hatten, zählt neben Hugging Face drei weitere Ziele (zusammen vier) und zitiert OpenAI: „The Hugging Face incident marked an important moment for AI safety and we are conducting a thorough review along with external advisors.“ ComputerBase referiert dieselbe Aufforderung der 15 Generalstaatsanwälte und gibt OpenAI-Sprecher Nate Evans wieder, der einen technischen Bericht und öffentliche Ergebnisse ankündigt.
Offen bleibt, wovon genau die Rede ist. Die Behörde nennt ein einzelnes „experimental“ Modell, ComputerBase spricht von „verschiedenen KI-Agenten“ eines noch unveröffentlichten Modells, und OpenAIs eigene Einlassung vom Juli benannte GPT‑5.6 Sol und ein Pre-Release-Modell (siehe unsere Depesche vom 22. Juli 2026). Wir führen die drei Fassungen nebeneinander, statt sie zu vereinheitlichen.
Nicht in den Belegen: The Verge hat die Meldung ebenfalls gebracht, war für uns aber nicht abrufbar – deshalb steht sie hier nicht als Quelle.