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TeamT5 meldet verdoppeltes Angriffsvolumen dank DeepSeek – belegt ist bislang nur die Kampagne, die Unit 42 dokumentiert hat

Die taiwanische Sicherheitsfirma TeamT5 sagt gegenüber Bloomberg, staatsnahe chinesische Gruppen hätten ihr Angriffsvolumen mehr als verdoppelt, seit sie DeepSeek und andere offene Modelle einsetzen; Chefanalyst Charles Li begründet die Wahl mit „very low cyber guardrails“. Einen Bericht mit Methode, Ausgangswert und Zeitraum hat TeamT5 dazu nicht veröffentlicht – belegt mit Zahlen ist der Mechanismus dagegen in einem Unit-42-Bericht vom 30. Juli 2026.

Die TeamT5-Seite: Laut der Firma haben chinesische staatsnahe Gruppen ihr Angriffsvolumen „more than doubled“, seit sie Routinearbeit und Malware-Entwicklung an KI-Modelle abgeben. Genannt werden Grimfengxi (Exploit-Code mit DeepSeek), Huapi (Angriff auf das E-Mail-System eines taiwanischen Unternehmens mit einem chinesischen Modell, wahrscheinlich DeepSeek) und Teleboyi (Sammeln von 1.000 IP-Adressen und Kartieren von Unternehmensdomänen). Chefanalyst Charles Li begründet die Modellwahl so: „DeepSeek is the AI of choice for Chinese hackers because it’s relatively powerful with very low cyber guardrails.“ Moonshots Kimi K3 gilt ihm als leistungsfähiger, für Angreifer aber zu teuer im Betrieb.

Was dabei fehlt: Ausgangswert, Endwert und Zeitraum der Verdopplung nennt keine der uns zugänglichen Fassungen. TeamT5 hat zu diesen Zahlen keinen Bericht veröffentlicht – der Ursprung ist ein Bloomberg-Artikel vom 24. August 2026, den wir nicht öffnen konnten; wir stützen uns auf zwei unabhängig davon abrufbare Referate. Eine vierte Gruppe, Slime22, wird in beiden Referaten mit Anthropics Claude Code in Verbindung gebracht – wozu genau, geben sie unterschiedlich wieder (Bewegung in den Systemen eines taiwanischen Unternehmens bzw. Umgehen von Schutzmaßnahmen). Wir übernehmen die Zuschreibung, nicht den Zweck.

Die belegte Seite: Unit 42 (Palo Alto Networks) hat am 30. Juli 2026 eine Kampagne offengelegt, in der DeepSeek über das Hermes-Agent-Framework als autonomer Operator lief. Der Akteur – Aliasse „knaithe“ und „KnYuan“, verortet in Zhuhai – griff „over 460 targets“ an. Bestätigt sind Datenabfluss bei drei Organisationen über eine Citrix-Lücke (CVE‑2026‑3055), Befehlsausführung auf elf Marimo-Notebook-Instanzen (CVE‑2026‑39987), Reverse-Shell-Versuche gegen neun Apache-Tomcat-Server (CVE‑2026‑34486) und Rückrufe gegen drei IKE-VPN-Endpunkte (CVE‑2026‑33824). Parallel zu DeepSeek waren Qwen, GLM, Kimi und MiniMax konfiguriert, dazu begrenzte Tests mit Claude Code und Codex. Das Fazit des Berichts: „Autonomous AI-driven attack cycles are operationally viable, and the margin of failure was narrow.“

Der entscheidende Unterschied steht in derselben Quelle: Unit 42 beschreibt seinen Akteur als „opportunistic exploit operator and self-described binary security researcher“ – also gerade nicht als staatlich geführt. Die deutschsprachige Rezeption stellt beide Stränge nebeneinander, ohne den Bruch zu markieren; wir trennen sie.

Randnotiz zur Datierung: Cybersecurity Dive datiert den Unit-42-Beitrag auf den 3. August 2026, die Berichtsseite selbst auf den 30. Juli 2026. Wir folgen der Primärquelle.