Beim größten Fall sollte Claude Sonnet Autorendaten mit Produkteinträgen im Amazon-Shop abgleichen. Die Rechnung stieg laut den Unterlagen auf 1,8 Millionen Dollar, 860 Prozent über dem vorgesehenen Budget. Nach fünf Monaten wurde die Überschreitung bemerkt; das Projekt wurde am Ende nicht ausgeliefert. Ein Finanzprüfwerkzeug verursachte zusätzlich 541.000 Dollar, ein Logistikprojekt 134.000 Dollar.
Eine interne Präsentation führt die Kosten auf ein anderes Fehlerbild als bei klassischer Software zurück: Ein falsch laufender KI-Auftrag beendet sich nicht zwingend schnell, sondern kann weitere Modellaufrufe und damit Gebühren erzeugen. Amazon-Entwickler arbeiteten deshalb an automatischen Leitplanken. Die Summe der drei Fälle wird in der Berichterstattung mit rund 2,5 Millionen Dollar angegeben.
Amazon widerspricht einer Verallgemeinerung. Einzelne Beispiele von Teams, die daraus lernten, seien kein Maßstab für die gesamte KI-Nutzung des Konzerns; betroffen sei nur eine Handvoll Teams. Die Unterlagen belegen daher ein konkretes Kontrollproblem und seine mögliche Größenordnung, keine allgemeine Kostenquote für Amazon oder die Branche.