Die Anordnung: In der Mitteilung des Gouverneursbüros vom 3. August 2026 weist Abbott die Public Utility Commission of Texas und den Netzbetreiber ERCOT an, „a comprehensive verification and audit of all data centers advancing through ERCOT’s interconnection process“ durchzuführen. Zu erheben sind laut Mitteilung fünf Blöcke: erstens, in welchem Umfang ein Projekt für sich selbst aufkommt oder auf staatliche Hilfe angewiesen ist – einschließlich aller staatlichen und kommunalen Steuervergünstigungen, Zuschüsse und Erlasse; zweitens Eigenerzeugung gegenüber Netzbezug samt prognostiziertem Jahres- und Spitzenverbrauch; drittens Wasserbedarf, Eigenversorgung gegenüber kommunalem Wasser und die Art des Kühlsystems (Luft, geschlossener Kreislauf oder andere effiziente Systeme); viertens Schutz der Anwohner durch Lärmminderung, Lichtkontrolle, Abstände, Verkehrsmaßnahmen und Notfallkoordination; fünftens Eigentums- und Beteiligungsverhältnisse. Abbott begründet den Schritt mit dem Satz: „Our top priority is to protect Texans’ safety and quality of life. Simply put, Texans must come first.“
Die Größenordnung: Die Mitteilung beziffert die Anschlussanfragen an das ERCOT-Netz auf 474 Gigawatt, mehr als das Fünffache der texanischen Rekord-Spitzenlast; rund 90 Prozent der neuen Strombedarfsanfragen entfallen demnach auf Rechenzentren. Der Texas Tribune zufolge stehen dahinter mehr als 1.800 Projekte, und ERCOT hat die laufende Prüfrunde („batch zero“) gestoppt. Wie schnell die Warteschlange gewachsen ist, zeigt der Vergleich bei TechCrunch: Im Januar 2026 warteten noch 233 Gigawatt auf einen Anschluss – binnen gut eines halben Jahres hat sich die Zahl also etwa verdoppelt.
Grenzen und Reaktionen: Der Texas Tribune beschreibt die Anordnung als Moratorium mit Einschränkungen – betroffen sind nur Vorhaben, die sich mit dem ERCOT-Netz verbinden wollen; Rechenzentren mit eigener Erzeugung oder außerhalb ERCOTs, etwa im Raum El Paso, fallen nicht darunter. Eine Frist für den Abschluss der Audits nennt weder die Mitteilung noch die Berichterstattung. Die Branchenvertretung Data Center Coalition erklärte, die Prüfung solle „verantwortungsvolle von unverantwortlichen Entwicklern“ trennen, und dringt auf zügige Verfahren. Landwirtschaftskommissar Sid Miller nennt die Direktive dagegen „all hat and no cattle – empty political rhetoric wrapped in meaningless fluff“ und fordert stattdessen Gesetze. Zur Wortwahl: TechCrunch titelt mit „halts“, die Primärquelle selbst spricht von Verifikation und Audit als Voraussetzung – wir folgen dem Wortlaut der Anordnung.