AMD und Anthropic haben die Partnerschaft am 22. Juli 2026 über eine offizielle AMD-Mitteilung bekanntgegeben. Kern ist eine Doppelstruktur: Anthropic verpflichtet sich, bis zu 2 Gigawatt Rechenleistung auf AMD-Instinct-MI450-GPUs aufzubauen; AMD beteiligt sich im Gegenzug mit einer strategischen Eigenkapital-Investition von bis zu 5 Milliarden US-Dollar an Anthropic. Die Investition wird nicht auf einen Schlag, sondern gestaffelt entlang der erreichten Ausbau-Meilensteine ausgezahlt.
Technisch laufen die GPUs in AMDs „Helios“-Rackscale-Systemen, die die MI455X-Beschleuniger mit AMD-EPYC-„Venice“-Prozessoren, Pensando-Netzwerktechnik und dem ROCm-Software-Stack bündeln. Anthropic will einen Teil der Chips für eigene Rechenzentren direkt erwerben und den Rest über Cloud-Anbieter bzw. Neoclouds beziehen. Die erste Gigawatt-Stufe soll in der ersten Jahreshälfte 2027 in Betrieb gehen. Teil des Abkommens ist zudem eine mehrjährige Ingenieur-Zusammenarbeit, in der Anthropic seine Claude-Modelle einsetzt, um Arbeitslasten für die AMD-GPUs zu optimieren und die ROCm-Entwicklung zu beschleunigen.
Einordnung: Die Ankündigung bestätigt den in unserer Helios-Depesche noch als unbestätigt vermerkten Hinweis, Anthropic teste AMD-Hardware – aus dem Test ist nun ein fester Deal geworden. AMD-Chefin Lisa Su begründet den Schritt damit, gemeinsam „across the stack“ die nötige Kapazität zu sichern und „for training and serving Claude“ zu optimieren; Anthropic-Mitgründer Tom Brown verweist darauf, dass mehrere Hardware-Anbieter es erlauben, Arbeitslasten auf die jeweils passende Hardware zu verteilen. Die genannten Summen und Umfänge sind die von beiden Partnern selbst kommunizierten Eckdaten des Abkommens.