Das Modell unterscheidet drei Pfade. Im bescheidenen Szenario wirkt KI ungefähr wie das Internet: reale Gewinne, aber im historischen Rahmen und allmählich. Im substanziellen Szenario kann KI bis 2030 die Hälfte aller Wissensarbeit erledigen, den größten Teil davon selbstständig, wird dafür aber längst nicht überall eingesetzt. Im Extremszenario ist sie bei fast allen Aufgaben der Wissensarbeit produktiver als Menschen und schafft praktisch keine neuen.
Für 2030 weist das Modell ein US-Bruttoinlandsprodukt von 34,1, 36,3 beziehungsweise 44,4 Billionen Dollar aus, gerechnet in Preisen von 2025. Im Extremszenario erreichen die jährlichen Wachstumsraten 15 Prozent; die Wirtschaft verdoppelt sich dann alle 4,5 Jahre.
Die Verteilung verschiebt sich mit der Stärke des Effekts. Heute gehen laut Anthropic von jedem erwirtschafteten Dollar etwa 60 Cent an Arbeit und 40 Cent an Kapital. Im bescheidenen Szenario sind es 59,4 zu 40,6 Prozent, im substanziellen 56,1 zu 43,9 Prozent und im Extremszenario 45,2 zu 54,8 Prozent.
Bei den Löhnen der Wissensarbeit trennen sich die Pfade deutlich: Im substanziellen Szenario stagnieren sie, im Extremszenario fallen sie bis 2030 um mehr als 10 Prozent. Zur Arbeitslosigkeit bleibt der Text an dieser Stelle qualitativ; im Extremfall steige sie über das übliche Rezessionsniveau hinaus.
Anthropic nennt die Grenzen selbst: Das Modell sei eine starke Vereinfachung, verfolge keine einzelnen Erwerbsbiografien und lasse neben der Politik auch die Nachfragewirkung des Rechenzentrumsbaus sowie sehr fähige Roboter aus. Eine Begleitumfrage ordnet rund 10 Prozent der Befragten dem Extremszenario zu.