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Anthropic-Entwurf erlaubt Modell-Stopp erst ab 1 Milliarde Dollar Risiko

Anthropic wirbt bei US-Abgeordneten für einen eigenen Gesetzentwurf zur Sicherheit von Frontier-Modellen, wie Politico am 16. Oktober 2026 berichtete. Danach dürfte der Staat ein Modell nur stoppen, wenn ein vorhersehbares, unmittelbares Risiko von mehr als einer Milliarde Dollar Schaden oder von mehr als 50 Toten oder Schwerverletzten besteht – und nur per Gerichtsbeschluss.

Die Schwellen gelten laut Politico für drei Risikoarten: die Herstellung oder Freisetzung einer Biowaffe, ein Modell, das sich der Kontrolle seines Entwicklers entzieht, und Cyberangriffe. Unabhängige Prüfstellen, die sich beim Handelsministerium registrieren, sollen die Labore und ihre Frontier-Modelle regelmäßig bewerten. Stellen sie ein unmittelbares Risiko einer dieser Arten fest, müssen sie es binnen 72 Stunden nach Abschluss der Bewertung an das Ministerium melden.

Das Ministerium könnte dann einen Richter am Bundesbezirksgericht für den District of Columbia ersuchen, die Veröffentlichung oder den Einsatz des Modells auszusetzen; der Richter entscheidet. Der Entwurf verbietet ausdrücklich jedem anderen Ministerium, jeder Behörde und jedem Amtsträger, Entwicklung, Einsatz oder interne Nutzung eines Modells eigenständig zu stoppen.

Außerdem würde das Gesetz einzelstaatliche Regeln zur öffentlichen Offenlegung von Risiken, zur Prüfung durch Dritte und zur Meldung schwerer Vorfälle verdrängen. Anthropic hatte zwei kalifornische Sicherheitsgesetze unterstützt, im Kongress aber bisher keinen Gesetzesvorstoß öffentlich. Eingebracht ist der Entwurf nicht; welche Abgeordneten ihn erhalten haben, nennt Politico nicht.

Ein Anthropic-Sprecher sagte Politico, der Text setze das „Advanced AI Framework“ des Unternehmens um, für das es seit Juni bei Bundes- und Landespolitikern werbe. Im Juni hatte Dario Amodei im Essay „Policy on the AI Exponential“ gefordert, der Staat solle ein Modell blockieren oder abschrecken können, wenn es nach einer Prüfung durch Dritte unvertretbare Risiken berge. Parallel liegt im Repräsentantenhaus seit dem 23. Juli der FRONTIER Act von Lori Trahan und Jay Obernolte, der ebenfalls unabhängige Prüfungen vorsieht.