Ferguson äußerte sich bei einer Veranstaltung der Georgetown University in Washington. Die KI-Politik des Bundes lege Präsident Trump fest, sagte er laut Reuters. Wenn Unternehmen aber gleichzeitig eine Reihe von Regulierungen und eine Kartellausnahme verlangten, gingen bei ihm alle Alarmglocken an: Sie forderten Marktzutrittsschranken, die ihre etablierte Stellung vor Herausforderern schützten. Anthropic nannte er nicht direkt.
Anthropic-Chef Dario Amodei hatte in seinem Essay vom 12. September eine eng gefasste Ausnahme für bestimmte Sicherheitsgespräche verlangt, damit Konkurrenten ein langsameres Entwicklungstempo abstimmen können. Kartellrechtler und kleinere Wettbewerber halten sie laut Reuters für überflüssig, weil bestehende Rechtsgrundsätze Absprachen gegen katastrophale Risiken schon erlaubten. Mehrere Fachleute verwiesen auf eine frühere Erklärung der US-Kartellbehörden, nach der Firmen Informationen zur Cybersicherheit austauschen dürfen.
Lehane, bei OpenAI für globale Angelegenheiten zuständig, bestätigte laut Bloomberg, dass OpenAI seit mehreren Wochen mit Anthropic und Google DeepMind an Sicherheitsfragen arbeitet. Für diese Gespräche sehe er keinen Bedarf an einer Kartellausnahme. TechCrunch wertet das als Bestätigung früherer Berichte, darunter den von The Information über Arbeitsgruppen der drei Firmen zu einem gemeinsamen Standardgremium.
Beim selben Termin unterstützte Lehane laut TechCrunch eine Bestimmung des FRONTIER Act, nach der die größten Frontier-Labore unabhängige Prüforganisationen ins Haus lassen müssten. Den Gesetzentwurf hatten die Abgeordneten Lori Trahan (Demokraten) und Jay Obernolte (Republikaner) am 23. Juli im Repräsentantenhaus eingebracht. Er sieht nach Größe der Entwickler gestaffelte Pflichten vor, darunter unabhängige Audits und die Meldung schwerer Sicherheitsvorfälle, und soll einen einheitlichen nationalen Standard statt unterschiedlicher Landesgesetze schaffen.