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Infostealer stehlen Claude-Sitzungscookies – Anthropic meldet alle Betroffenen ab, löscht Zahlungsmittel und erstattet

Seit dem 30. August benachrichtigt Anthropic Claude-Nutzer, deren aktive Anmeldesitzungen von handelsüblicher Infostealer-Schadsoftware vom eigenen Rechner kopiert wurden. Angreifer spielten die gestohlenen Sitzungen ein und verbrauchten fremdes Kontingent – ohne Passwort, ohne zweiten Faktor. Anthropic meldet die betroffenen Konten aus allen Sitzungen ab, entfernt hinterlegte Zahlungsmittel und erstattet Abbuchungen, die es als unautorisiert einstuft. Benannt sind Vidar, LummaC2, StealC, RedLine und Acreed unter Windows sowie Atomic Stealer auf „a small number of Macs“. Eine Zahl betroffener Konten nennt Anthropic nicht.

Was Anthropic den Betroffenen schreibt. In der Benachrichtigung, aus der zwei unabhängig voneinander geöffnete Fachmedien zitieren, beschreibt Anthropic den Ablauf so: Schadsoftware „steal[s] Claude login sessions from people’s computers, then using those login sessions to access Claude accounts and consume their usage“. Als Maßnahmen nennt die Mitteilung, Anthropic sei „signing affected users out of Claude, removing saved payment methods, and refunding charges it identifies as unauthorized“. Die Einschränkung steht in derselben Mitteilung: „Signing you out of Claude stops the stolen sessions, but it doesn’t remove the malware.“

Die Zuordnung, die Anthropic ausdrücklich nicht macht. Der Satz „We have no reason to believe that this malware is related to Claude, installed through Claude, or related to anything you did with Claude“ steht in beiden Rezeptionen im Wortlaut. Er ist die entscheidende Abgrenzung: Betroffen ist der Rechner des Nutzers, nicht Anthropics Infrastruktur. Die Schadsoftware kommt nach dieser Darstellung „with an unofficial download or a malicious app“ und kopiert „saved passwords, login cookies in browsers, and credentials for other apps running locally“ – Claude-Cookies sind darin nur ein Fund unter vielen.

Benannte Familien, und was die Auswahl aussagt. Genannt werden „Vidar, Lumma (LummaC2), StealC, RedLine and Acreed on Windows, and Atomic Stealer (AMOS) on a small number of Macs“. Das ist ein Querschnitt des gängigen Infostealer-Marktes, keine Spezialentwicklung gegen Anthropic – und genau das ist der Befund: Für die Angreifer war kein neues Werkzeug nötig, es genügte, in der ohnehin abgegriffenen Cookie-Beute nach Claude-Sitzungen zu sehen.

⚠️ Was offen bleibt. Keine der von uns geöffneten Quellen nennt eine Zahl betroffener Konten, keinen Zeitraum des Missbrauchs und keinen Umfang der Erstattungen. Ein Datum für den Beginn der Benachrichtigungen nennt nur eine der beiden Rezeptionen mittelbar („last week“); die Meldung selbst datiert vom 30. August. Wir führen die Angaben deshalb als das, was sie sind: das Referat einer Kundenbenachrichtigung durch zwei Fachmedien, ohne öffentliche Stellungnahme mit Zahlen daneben.

Herkunft des Hinweises: Tier C. Aufgefallen ist uns die Meldung über einen 46-Sekunden-Short des Kanals AI for Work (31.08.2026), der Mechanismus, Maßnahmen und den Warnsatz zur verbleibenden Schadsoftware korrekt wiedergibt und lediglich die Liste der Schadsoftware-Familien verkürzt. Belegt ist die Meldung dadurch nicht – belegt ist sie durch die beiden Fachmedien, die wir daraufhin selbst geöffnet und mit „steht dort nicht“-Gegenfragen gegengelesen haben.