Anthropic gründet den Fonds als hundertprozentige Tochter in Form einer LLC, nicht als steuerbegünstigte gemeinnützige Organisation nach US-Recht (501(c)(3)). Das soll den Wechsel zwischen verschiedenen Formen des Gebens erlauben, etwa großen Spenden an klassische gemeinnützige Organisationen oder direkten Auszahlungen an bestimmte Gruppen. Die vom Fonds gehaltenen Anteile sollen laut Anthropic weder für Lobbyarbeit noch für politische Spenden eingesetzt werden, in den USA wie im Ausland.
Als Einsatzfeld nennt das Unternehmen die Folgen von KI für den Arbeitsmarkt: KI könne großen wirtschaftlichen Wert schaffen, vielen Beschäftigten aber Instabilität bringen, und beim Tempo der Entwicklung könnten weitergehende Ansätze nötig sein als bisherige Zusagen. Die mit dem Firmenwert steigende Staffelung begründet Anthropic mit einem Vergleich: Tech-Firmen böten ihren Führungskräften üblicherweise wachsende Vergütungspakete, Anthropic lenke diese Anteile stattdessen in den Fonds.
Zusammen mit früheren Zusagen sollen damit nach Angaben des Unternehmens rund 20 Prozent der Anteile dem Gemeinwohl gewidmet sein. Die Mitgründer hatten bei der Gründung zugesagt, 80 Prozent ihrer Anteile zu spenden; außerdem legt Anthropic Aktien-Spendenzusagen von Beschäftigten einen eigenen Anteil dazu, rund die Hälfte der Belegschaft nimmt daran teil. Wie sich die 20 Prozent zusammenrechnen, legt Anthropic nicht offen.
Leitung und Kontrolle des Fonds sowie Ausgangswert und Bewertungsschwellen will Anthropic in den kommenden Monaten veröffentlichen, dazu einen Bericht über seine Ziele als Public Benefit Corporation, also als Unternehmen mit satzungsmäßigem Gemeinwohlzweck. Bis dahin ist offen, wer über Auszahlungen entscheidet und ab welchem Firmenwert das Board die ersten zusätzlichen 2 Prozent hinzufügen könnte.