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Apple beantragt eine einstweilige Verfügung gegen OpenAI – OpenAI kontert öffentlich mit iMessage-Verläufen

Im Geschäftsgeheimnis-Prozess gegen OpenAI hat Apple am 3. August 2026 beim Bundesgericht in Nordkalifornien eine einstweilige Verfügung beantragt: OpenAI und den beiden beklagten Ex-Apple-Mitarbeitern soll untersagt werden, auf die strittigen vertraulichen Informationen zuzugreifen, sie zu erwerben, zu nutzen oder offenzulegen. Parallel verlangt Apple eine beschleunigte Beweisaufnahme samt Zeugenvernehmungen. OpenAI antwortete noch am selben Abend nicht mit einem Schriftsatz, sondern mit einem Blogbeitrag: Unter dem Titel „Apple is getting this wrong“ veröffentlichte das Unternehmen iMessage-Verläufe, die zeigen sollen, dass Apple-Beschäftigte den ausgeschiedenen Ingenieur Chang Liu von sich aus um technische Hilfe baten.

Apples Anträge: Nach der Reuters-Meldung vom 4. August 2026 beantragte Apple am Montag, dem 3. August 2026, beim U.S. District Court for the Northern District of California eine einstweilige Verfügung (preliminary injunction). Sie soll OpenAI sowie den beiden beklagten früheren Apple-Mitarbeitern untersagen, auf die als vertraulich bezeichneten Informationen zuzugreifen, sie zu erlangen, zu nutzen oder offenzulegen; zur Begründung führt Apple an, ohne die Verfügung irreparabel geschädigt zu werden. Im selben Zug beantragte Apple eine beschleunigte Beweisaufnahme (expedited discovery) einschließlich der Herausgabe von Unterlagen zum behaupteten Zugriff der Beklagten auf Apple-Material. Zur Vernehmung geladen werden sollen Chang Liu und Tang Yew Tan, der OpenAI-Mitarbeiter Yu-Ting Peng, ein namentlich nicht genannter weiterer OpenAI-Mitarbeiter mit Apple-Vergangenheit sowie Unternehmensvertreter von OpenAI und io Products.

OpenAIs Antwort: Noch am Montagabend veröffentlichte OpenAI den Beitrag „Apple is getting this wrong“ – ausdrücklich ein Blogbeitrag, kein Gerichtsschriftsatz. Kern sind iMessage-Verläufe von Chang Liu, der Apple am 22. Januar 2026 verlassen hatte: Am 27. Januar und erneut am 14. Februar 2026 bat ihn demnach ein Apple-Mitarbeiter um technische Einschätzungen; am 5. März 2026 wurde Liu in eine Gruppenunterhaltung mit mehreren Apple-Beschäftigten aufgenommen, was er selbst als höchst unangebracht zurückwies. OpenAI schließt daraus, die Kontakte seien von Apple ausgegangen. Zu den Vorwürfen gegen Liu erklärt das Unternehmen, verbliebene Zugriffsrechte gingen auf Apples eigenes Versäumnis bei der Verwaltung von Systemzugängen zurück. Zum Verfahren selbst sagt OpenAI: „Apple’s request for a preliminary injunction is both based on false information and completely unnecessary because we do not have, nor want, any of their trade secrets.“ Weiter wirft OpenAI Apples Anwälten vor, zunächst die falsche Person angeschrieben und dabei zwei asiatische Nachnamen verwechselt zu haben, im Februar keine der später erhobenen Vorwürfe benannt und sich danach fünf Monate lang nicht gemeldet zu haben, bis im Juli die Klage kam. Den Ton der Klage nennt der Beitrag „careless, aggressive and oddly personal“.

Beleglage und offene Punkte: OpenAIs Beitrag ist für unseren automatisierten Abruf gesperrt (HTTP 403); Inhalt und Zitate sind über zwei unabhängige Wiedergaben gegengeprüft (9to5Mac, The Decoder), die Verfahrensschritte über die Reuters-Meldung. Weder die Echtheit noch die Vollständigkeit der von OpenAI veröffentlichten Nachrichten ist unabhängig überprüft – veröffentlicht hat sie eine Prozesspartei, ausgewählt nach eigenem Ermessen. Eine Reaktion Apples auf die Veröffentlichung lag zum Zeitpunkt dieser Depesche nicht vor; über die Anträge hat das Gericht noch nicht entschieden. Die Größenordnung des Personalwechsels, die beide Seiten anführen – über 400 frühere Apple-Beschäftigte arbeiten inzwischen bei OpenAI –, deckt sich mit dem Stand unserer Depesche vom 10. Juli 2026.