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Bun in 11 Tagen von Zig nach Rust – 64 Claude-Instanzen, 6.778 Commits, 165.000 Dollar

Jarred Sumner hat am 8. Juli 2026 offengelegt, wie das JavaScript-Werkzeug Bun von Grund auf von Zig nach Rust portiert wurde: in 11 Tagen (3. bis 14. Mai), mit einer Vorab-Version von Claude Fable 5 in rund 50 „dynamic workflows“ und in der Spitze 64 parallel laufenden Claude-Instanzen. Der Lauf erzeugte 6.778 Commits, verbrauchte 690 Millionen Output- und 5,9 Milliarden ungecachte Input-Token (dazu 72 Milliarden Cache-Treffer) und hätte zu API-Preisen rund 165.000 Dollar gekostet. In der Spitze schrieb das Modell etwa 1.300 Zeilen Code pro Minute. Damit liegt erstmals eine detaillierte, nachrechenbare Abrechnung eines ausgelieferten Rewrites im Millionen-Zeilen-Bereich durch Agenten vor.

Ausgangspunkt war kein Effizienz-Wunsch, sondern eine Klasse von Fehlern: Bun mischte JavaScript-Garbage-Collection mit Zigs manueller Speicherverwaltung, was laut Sumner wiederkehrend zu Use-after-free, Double-free, Races und Leaks führte. Zig erzwingt Korrektheit über Style Guide und Review, Rust über den Compiler – das ist die im Blogpost genannte Begründung für den Wechsel. Die Zig-Codebasis umfasste 535.496 Zeilen.

Der Ablauf war bewusst mechanisch: Datei für Datei übersetzen, die bestehende TypeScript-Testsuite als Orakel nutzen, Idiomatik erst später nachziehen. Das Auflösen der zyklischen Abhängigkeiten legte laut Blogpost „about 16,000 compiler errors“ frei; diese Fehlerliste wurde zur Arbeitswarteschlange für die Agenten-Schwärme, die in getrennten Git-Work-Trees liefen. Der Port begann am 3. Mai und wurde am 14. Mai gemerged.

Die Zahlen des Laufs nennt Sumner selbst: 6.778 Commits, „5.9 billion uncached input tokens, 690 million output tokens, and 72 billion cached input token reads“, was „around $165,000 at API pricing“ entspräche, sowie „64 Claudes at a time“ in „about 50 dynamic workflows“. Zum Modell heißt es, es sei eine „pre-release version of Claude Fable 5“ gewesen, ein „Mythos-class model“. In der Spitze habe Claude „about 1,300 lines of code per minute“ geschrieben.

Zur Qualität nennt der Blogpost nachprüfbare Kennzahlen statt Superlative: rund 4 Prozent des Rust-Codes stehen in unsafe-Blöcken (etwa 13.000 unsafe-Schlüsselwörter auf circa 27.000 von rund 780.000 Zeilen); der Rewrite führte „19 known regressions“ ein, die alle behoben seien; Bun 1.4.0 behebe „128 bugs that reproduce in v1.3.14“, der letzten Zig-Version.

Die Provenienz gehört zur Meldung: „Bun was acquired by Anthropic in December 2025. I and others on the Bun team work at Anthropic“, schreibt Sumner selbst. Der Bericht beschreibt also den Erfolg eines Anthropic-Modells, verfasst von einem Anthropic-Mitarbeiter, mit einem Vorab-Zugang, den Dritte nicht hatten. Simon Willison, unabhängig, nennt den Bericht eine „fascinating case study in taking on wildly ambitious projects“ und ein „extremely sophisticated piece of agentic engineering“ – setzt aber daneben: „A perk of working at Anthropic is that you don’t have to pay for your tokens – handy when the estimated cost is $165,000!“ Er ordnet den Fall zudem gegen Joel Spolskys klassische Warnung vor Rewrites ein („Things You Should Never Do“, 2000): Die Regel, ein großes System niemals von Grund auf neu zu schreiben, gerät durch Agenten ins Wanken.

Bewertbar wird das Ergebnis erst durch die Nutzer: Bun 1.4 ist der erste Release mit dem Rust-Unterbau. Der YouTube-Kanal The PrimeTime, dessen Betreiber sich selbst als KI-Skeptiker beschreibt, hält die 165.000 Dollar gegen die Kosten eines vergleichbaren manuellen Rewrites und nennt sie „a steal“ – benennt aber ebenso das Risiko eines Releases, das massenhaft Installationen und CI-Pipelines bricht. Sein Fazit: Der Erfolg bemesse sich an der Aufnahme von 1.4.