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DESIGN.md: Google Labs macht das Design-System für Coding-Agenten maschinenlesbar

Google Labs hat mit DESIGN.md ein offenes Format open-sourced (Apache 2.0), das einem Coding-Agenten ein komplettes Design-System maschinenlesbar beschreibt – YAML-Tokens für Farben, Typografie, Abstände und Komponenten plus ein Markdown-Teil mit dem „Warum“. Ursprünglich aus Googles Design-Werkzeug Stitch entstanden, soll es konsistente KI-UI-Generierung über Werkzeuge und Plattformen hinweg ermöglichen.

Google Labs hat am 21. April 2026 die Entwurfs-Spezifikation für DESIGN.md open-sourced (Apache 2.0, Repository google-labs-code/design.md) und sie damit aus dem hauseigenen Design-Werkzeug Stitch herausgelöst – ausdrücklich, „so it can be used across any single tool or platform“. Eine DESIGN.md-Datei beschreibt einem Coding-Agenten ein ganzes Design-System: Im YAML-Frontmatter stehen die maschinenlesbaren Tokens (Farben, Typografie, Abstände, Eckradien, Komponenten), im Markdown-Teil darunter die menschliche Begründung. Die Repo-Beschreibung bringt die Aufgabenteilung auf den Punkt: „Tokens give agents exact values. Prose tells them why those values exist and how to apply them.“

Mitgeliefert wird das npm-Paket @google/design.md, eine „agent-first“ CLI mit Linter: lint prüft eine Datei gegen die Spezifikation und fängt nicht auflösbare Referenzen, Zirkelbezüge und ungültige Token-Werte ab, diff vergleicht zwei Stände auf Token-Änderungen, export übersetzt die Tokens nach Tailwind oder ins W3C-DTCG-Format. Weil eine DESIGN.md schlicht eine Datei im Projektordner ist, kann sie jeder Agent lesen, der diesen Ordner sieht – das Format ist bewusst werkzeug-agnostisch angelegt.

Einordnung: DESIGN.md ist die visuelle Schwester eines Musters, das im KI-Coding längst Alltag ist – Projekt-Kontext als versionierte Datei (CLAUDE.md, AGENTS.md, Claude-Code-Skills). Dort hält ein Agent die Projekt-Konventionen, hier das Design-System. Zugleich ist es die offene Gegenform zu geschlossenen Ansätzen wie Anthropics Claude Design, das ein Design-System direkt aus Codebasis und Design-Dateien lernt. Der Status ist allerdings früh: Das Format trägt selbst die Versionsmarke „alpha“ und wird aktiv weiterentwickelt (zuletzt Version 0.3.0 am 15. Juni 2026) – die Spezifikation kann sich noch ändern. Die ausführliche Einordnung für Frontend und Design steht im zugehörigen Wissensartikel.