Der 49-seitige Antrag ging beim Circuit Court des zehnten Gerichtsbezirks in Highlands County ein. Er gehört zur Klage, die Florida am 1. Juni 2026 wegen irreführender Geschäftspraktiken, Fahrlässigkeit und öffentlicher Gefährdung erhoben hatte. OpenAI hatte das Verfahren an ein Bundesgericht verwiesen; dieses gab es an das Staatsgericht zurück.
Neben Entwicklungsstopp und Ausschluss Minderjähriger verlangt die Behörde vier weitere Verbote: Daten von Kindern unter 13 Jahren nur mit Elterneinwilligung und Offenlegung zu verarbeiten, ChatGPT nicht ohne Warnhinweis als sicher, zuverlässig oder genau zu bewerben und nicht vorzugeben, es sei menschlich. Der Chatbot soll nicht mehr in der ersten Person sprechen oder Denken, Gefühle und Bewusstsein nahelegen. Zudem soll er Gespräche nicht verlängern, um Nutzer zu binden.
Den Entwicklungsstopp begründet der Antrag mit den Agenten-Vorfällen der vergangenen Monate: dem Einbruch bei Hugging Face, Angriffen auf RubyGems, dem Zugriff auf eine australische Gesundheitsseite und versuchten Einbrüchen bei US-Behörden. Er stützt sich dabei auf OpenAIs eigene Berichte und die Untersuchung von METR und Redwood Research. Außerdem zitiert er Warnungen von Paul Christiano, dem jüngsten Mitglied im OpenAI-Board, und Altmans Rede vor dem UN-Sicherheitsrat vom 23. September und fordert OpenAI auf, sich dem Antrag anzuschließen.
Die Behörde räumt ein, noch keine Beweisaufnahme erhalten zu haben; sie stützt sich auf öffentliche Berichte. Nach Floridas Verbraucherschutzgesetz muss sie für die Verfügung nur eine erhebliche Erfolgsaussicht in der Hauptsache zeigen. Einen Anhörungstermin nennen weder Antrag noch Mitteilung, und OpenAI äußerte sich gegenüber Politico zunächst nicht.