Was freigeschaltet wurde: Google kündigte die Funktion am 30. Juli 2026 im eigenen Blog an. Nutzer der Web-Version von Google Earth zoomen an einen Ort heran, tippen auf „create image“ und geben einen Textbefehl ein; erzeugt wird das Bild von Nano Banana 2 auf Basis der „satellite, aerial, and 3D imagery“ von Google Earth. Der Blogbeitrag hält fest, dass die Funktion „available globally today for Google Earth web users“ sei. Als Schutzmaßnahmen nennt Google, dass erzeugte Bilder nicht in der allgemeinen Google-Earth-Ansicht für andere auftauchten und als KI-erzeugt mit Wasserzeichen versehen seien; Engadget ergänzt, dass Google auf die SynthID-Kennzeichnung verweist, die sich über Gemini oder Google Lens prüfen lasse.
Was 404 Media daraus machte: Joseph Cox erzeugte am 31. Juli unter anderem Geflüchtete nahe der mexikanischen Grenze, ein Atomkraftwerk im Iran und ein Flugzeugunglück in Amsterdam; nach der Wiedergabe bei Engadget außerdem einen Bombenkrater in Los Angeles und Demonstranten vor Googles Firmengebäuden in Mountain View. Der methodische Kern des Problems: Das Modell baut jede Szene auf den echten Aufnahmen genau der Stelle auf, die auf dem Bildschirm steht – die Fälschung sitzt an korrekten Koordinaten und im passenden Kontext.
Die Rücknahme im Wortlaut: Google hängte am 31. Juli ein Update an denselben Blogbeitrag – „we’re rolling back this feature in Google Earth while we work on implementing stronger guardrails“. In der gegenüber Presse verbreiteten Stellungnahme heißt es: „We know that people uniquely trust Google Earth for a reliable view of the world. We’ve seen geospatial professionals using this feature for a range of useful purposes, however we’ve also seen people sharing screenshots of generated imagery that appear to violate our policies.“ Der Satz benennt den Missbrauchsweg selbst – geteilte Screenshots –, gegen den weder das Wasserzeichen noch die Beschränkung auf die private Ansicht wirkt.
Offen bleibt, ob und wann die Funktion zurückkommt; Google nennt dafür kein Datum und keine konkreten Leitplanken. Wir haben die Rücknahme an der Primärquelle geprüft: Das Update steht auf der Ankündigungsseite selbst. Die Beispiele stammen aus dem Bericht von 404 Media, dessen Volltext hinter einer Bezahlschranke liegt; die Zuordnung der Einzelbeispiele haben wir deshalb an zwei unabhängigen Rezeptionen (Engadget, TechCrunch) gegengeprüft.