Die unabhängigen Werte stammen von der Modellseite bei Artificial Analysis, die wir selbst geöffnet haben (Variante „Grok 4.6 (high)“): Intelligence Index 61, Eingabepreis 2,00 US-Dollar und Ausgabepreis 6,00 US-Dollar je Million Token, Ausgabegeschwindigkeit 65,5 Token pro Sekunde, 31,18 Sekunden bis zum ersten Token, Kontextfenster 500.000 Token. Für den Index-Durchlauf erzeugte das Modell 72 Millionen Ausgabe-Token zu Gesamtkosten von 1.068,47 US-Dollar. Der Index setzt sich aus neun Bestandteilen zusammen: GDPval-AA v2, 𝜏³-Banking, Terminal-Bench v2.1, SciCode, Humanity’s Last Exam, GPQA Diamond, CritPt, AA-Omniscience und AA-LCR; Einzelwerte weist die Seite nicht aus.
Der direkte Vergleich mit Claude Opus 5, ebenfalls von uns bei Artificial Analysis abgerufen: Index 61 gegen 63, gemischter Preis 1,35 gegen 3,85 US-Dollar je Million Token, Ausgabegeschwindigkeit 65 gegen 52 Token pro Sekunde, 31,18 gegen 60,92 Sekunden bis zum ersten Token, Kontextfenster 500.000 gegen 1.000.000 Token. Grok 4.6 ist also günstiger und im Durchsatz schneller, hat aber das kleinere Fenster und liegt beim Index zwei Punkte zurück. Dass beide Modelle über eine halbe bzw. ganze Minute bis zum ersten Token brauchen, ist ein Merkmal der Klasse: Es sind Modelle, die vor der Antwort denken.
Die Anbieter-Ankündigung nennt eigene Vergleichswerte und lässt dabei ungewöhnlich viel Widerspruch stehen. Als Bezugspunkte dienen die Max-Varianten der Konkurrenz: CursorBench v3.2 69,9 Prozent für Grok 4.6 gegen 70,5 für Fable 5 Max, DeepSWE v1.1 65,9 gegen 73,0 für GPT-5.6 Sol Max, FrontierCode v1.1 61,3 gegen 63,6 für Fable 5 Max. In zwei von drei Coding-Disziplinen verliert das eigene Modell also in der eigenen Tabelle; die Ankündigung stützt den Führungsanspruch entsprechend auf den Artificial-Analysis-Index (61 gegen 61 bei GPT-5.6 Sol Max, 56 bei Grok 4.5) und auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Diese Werte sind sämtlich anbieter-selbstberichtet und von uns nicht nachgemessen.
The Decoder zieht aus denselben Artificial-Analysis-Daten zwei Angaben, die wir auf den von uns geöffneten Seiten nicht im Wortlaut gefunden haben und deshalb als dessen Lesart führen: Grok 4.6 belege im agentischen GDPval-AA v2 mit 1753 Elo den zweiten Platz und erledige komplexe Aufgaben „in rund 53 Schritten, während Claude Opus 5 etwa 103 benötigt“. Ebenfalls von dort stammt die Einordnung, Claude Fable 5 liege mit 62 Punkten zwischen Opus 5 (63) und der Gruppe aus Grok 4.6 und GPT-5.6 Sol (je 61). Sollte sich die Schrittzahl bestätigen, wäre sie der wirtschaftlich interessantere Wert als der Indexpunkt: Halb so viele Schritte bei einem Drittel des Token-Preises ist eine andere Rechnung als zwei Indexpunkte weniger.
Zugang und Konditionen laut Anbieter-Dokumentation, die wir geöffnet haben: Modell-ID „grok-4.6“, erreichbar über die xAI-API, Grok Build, Cursor sowie die Gateways von OpenRouter, Vercel und Cloudflare; Werkzeuge sind Function-Calling, Web- und X-Suche und Code-Ausführung; eine Obergrenze für die Ausgabelänge gibt es nicht. Die Ankündigung nennt für die erste Woche in Grok Build und Cursor „2x included usage“ und eine schnellere Variante zum doppelten Preis. Eine EU-Einschränkung, wie sie beim Start von Grok 4.5 galt, findet sich in der Dokumentation diesmal nicht – belegt ist damit ihr Fehlen, nicht die ausdrückliche Freigabe.
Ein Nebenbefund, der wichtiger ist als die Meldung selbst – und der Grund, warum Grok 4.6 heute noch nicht in unseren Katalog kommt: Die Intelligence-Index-Werte bei Artificial Analysis liegen aktuell durchgehend zwei Punkte über dem, was wir am 5. August für dieselben Modelle notiert haben. Wir haben drei Seiten dafür selbst geöffnet: Claude Opus 5 steht dort heute bei 63 (unser Katalog: 61), GPT-5.6 Sol bei 61 (unser Katalog: 59), Grok 4.5 bei 56 (unser Katalog: 54). Die Lesart des Decoders für Claude Fable 5 – 62 gegen unsere 60 – passt ins selbe Bild. Ob dahinter eine katalogweite Neueichung des Index steht, wie sie uns im Juli beim Coding-Index begegnet ist, oder ob Artificial Analysis auf den Modellseiten inzwischen eine andere Aufwandsstufe als Standard ausweist (die Seiten sind mit „max“ bzw. „Adaptive Reasoning, Max Effort“ überschrieben), können wir aus den Seiten allein nicht entscheiden.
Die Folge ist dieselbe, unabhängig von der Ursache: Grok 4.6 mit 61 Punkten neben ein GPT-5.6 Sol mit 59 aus unserem Bestand zu stellen, würde einen Vorsprung erfinden, den die Messung nicht hergibt – und die 56 für Grok 4.5 einzeln nachzuziehen, würde die Vergleichbarkeit innerhalb unseres eigenen Katalogs zerreißen. Wir lassen die Kennzahlen deshalb unverändert stehen, tragen den Befund in beide betroffenen Katalog-Einträge als Hinweis ein und holen die Aufnahme von Grok 4.6 nach, sobald ein katalogweiter Abgleich gegen die Artificial-Analysis-Schnittstelle gelaufen ist. Bis dahin gilt für die Zahlen dieser Depesche: Sie sind untereinander vergleichbar, weil sie alle am 13. August 2026 erhoben wurden – aber nicht mit den Zahlen unserer Modellseiten.
Nachtrag vom 14. August 2026 – zwei Preisangaben, die in der Ankündigung fehlen. Ein Hinweis aus einem Praxis-Review (Theo Browne, Tier C) hat uns auf die Preisübersicht in SpaceXAIs eigener Dokumentation geführt, die neben der Modellseite steht, auf die wir uns gestern gestützt hatten. Dort ist der Preis nach Prompt-Länge gestaffelt: Die überall zitierten 2,00 und 6,00 US-Dollar gelten für „grok-4.6 (< 200k prompt tokens)“; ab „grok-4.6 (≥ 200k prompt tokens)“ verdoppeln sie sich auf 4,00 und 12,00 US-Dollar. Diese Staffel ist nicht neu – Grok 4.5 hat sie ebenso –, aber sie gehört zu einem Modell dazu, das mit 500.000 Token Kontext und langlaufenden Agenten beworben wird: Genau der Einsatzzweck, für den die Ankündigung wirbt, führt über die Schwelle, ab der die beworbene Zahl nicht mehr gilt. Die zweite Angabe ist eine echte Verteuerung gegenüber dem Vorgänger: Zwischengespeicherte Eingabe-Token kosten bei Grok 4.6 0,50 US-Dollar je Million (1,00 oberhalb der Schwelle), bei Grok 4.5 waren es 0,30 (0,60) – ein Aufschlag von rund 67 Prozent auf genau die Position, an der agentische Schleifen hängen. Das Review benennt die Richtung korrekt („Previously it was only 3 cents per million tokens read. Now it's 5 cents“), liegt in der Einheit aber um den Faktor zehn daneben; maßgeblich sind die Werte aus der Dokumentation. Die Aussage im Titel dieser Depesche – Grok 4.6 komme zum Preis des Vorgängers – bleibt für den Listenpreis richtig und ist für den Cache-Treffer zu eng.