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Acht Wochen Claude Code gemessen: rund 150 Wattstunden je Eingabe – etwa das 600-Fache eines Chat-Prompts

Der Klimawissenschaftler Zeke Hausfather hat seine eigene Nutzung von Claude Code acht Wochen lang protokolliert – vom 31. Mai bis 25. Juli 2026 – und am 5. August 2026 die Rechnung veröffentlicht: 1.138 selbst getippte Eingaben lösten über 14.000 Modellaufrufe aus und verarbeiteten 3,2 Milliarden Token. Daraus schätzt er rund 170 Kilowattstunden Rechenzentrumsstrom (Spanne 70 bis 330), also etwa 150 Wattstunden je Eingabe (60 bis 290) – „roughly 600 times (250 to 1,200) the energy of a median chat prompt“. Als Vergleichsmaßstab nennt er Googles Angabe von 0,24 Wattstunden je Gemini-Anfrage und rund 0,34 Wattstunden je ChatGPT-Anfrage.

Aussagen gegen die Quellen geprüft · 8. August 2026

Der Messaufbau: Hausfather protokollierte vom 31. Mai bis 25. Juli 2026 seine Arbeit mit Claude Code und rechnete den Verbrauch anschließend auf drei voneinander unabhängigen Wegen aus – über die Aktivitäts-Faktoren von Watershed, über die Schätzungen von Simon Couch und über die aus den Token-Preisen abgeleiteten Koeffizienten des Werkzeugs `claude-carbon`. Die drei Wege liefern die genannte Spanne. Aufgeschlüsselt nach Token-Art entfallen 96 Prozent auf Cache-Reads, 3,6 Prozent auf Cache-Writes und 0,4 Prozent auf die Ausgabe: „The text I actually see … is only around 0.4% of total tokens processed.“ Die Tageswerte schwankten zwischen 1,2 und 5,9 Kilowattstunden.

Hochgerechnet auf ein Jahr kommt Hausfather auf „roughly 1.1 MWh of data center electricity (0.4 to 2.2 MWh)“, was er mit „roughly 370 kgCO2e per year (150 to 730 kgCO2e)“ beziffert. Den Kern seiner Rechnung fasst er in einem Satz zusammen: „Counting my 1,138 prompts at published per-chat-prompt rates would have suggested about 0.3 kWh, while the reality is 150 to 1,200 times that.“ Der Punkt ist also nicht, dass agentische Arbeit teuer wäre, sondern dass die gängige Umrechnung „Anzahl Prompts mal veröffentlichter Wert je Prompt“ für diese Arbeitsweise um zwei bis drei Größenordnungen danebenliegt.

Eine Nebenbeobachtung ist für die Verlässlichkeit solcher Selbstmessungen aufschlussreicher als das Endergebnis: Claude hatte die eigene Token-Bilanz zunächst verdoppelt, weil die relevanten Dateien doppelt abgelegt waren – der Autor bemerkte und korrigierte den Fehler. Auch die Datengrundlage der Messung musste also erst gegen das Werkzeug geprüft werden, das gemessen wurde.

⚠️ Zur Beleglage: Die Primärquelle haben wir selbst geöffnet; die deutschsprachige Wiedergabe von The Decoder gibt Zeitraum, Token-Zahl, Kilowattstunden und den 600-fachen Faktor deckungsgleich wieder – sie ist eine Wiedergabe, keine unabhängige Nachmessung. Eine Replikation durch Dritte existiert nicht, und die entscheidende Unbekannte bleibt anbieterseitig verschlossen: „Nobody outside of the labs actually knows the true per-token energy of a frontier model (Anthropic has published no per-prompt or per-token figures).“ Eine Stellungnahme Anthropics steht in keiner der geöffneten Quellen. Zur Einordnung des Autors: Hausfather arbeitet nach eigener Angabe in Silicon Valley für Stripe – also nicht für ein KI-Labor, aber auch nicht ohne Nähe zur Branche.