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Erstes europäisches Großprojekt für KI geht in die Beihilfe-Vorprüfung

19 EU-Staaten haben unter deutscher Koordination das erste Important Project of Common European Interest (IPCEI) für künstliche Intelligenz entworfen; die EU-Kommission begrüßte das am 16. September 2026. Elf von ihnen wollen beteiligten Unternehmen Beihilfen gewähren und beginnen noch im September, ihre Projekte in Brüssel zur Vorprüfung anzumelden.

Aussagen gegen die Quellen geprüft · 17. September 2026

Ein IPCEI ist ein Instrument des EU-Beihilferechts: Mehrere Staaten fördern gemeinsam grenzüberschreitende Vorhaben, die über den Stand der Technik hinausgehen und überwiegend von Unternehmen getragen werden. Das KI-Vorhaben soll laut Kommission alle Ebenen der KI abdecken, von Technik zur Verwaltung von Rechenkapazität bis zu industriellen Produkten und Diensten, und dezentrale, gemeinsam nutzbare KI-Dienste hervorbringen.

Im begleitenden Manifest nennen die Staaten als Einsatzfelder unter anderem Fertigung, Robotik, Mobilität, Energie, Halbleiter, Gesundheit, Verteidigung und öffentliche Verwaltung. Entstehen sollen KI-Basismodelle in Industriequalität und Frameworks für KI-Agenten. Unterzeichnet haben das Manifest 18 Staaten; Ungarn, das die Kommission unter den 19 beteiligten Ländern führt, fehlt auf der Unterschriftenliste.

Beträge nennen weder die Kommission noch das Manifest. Nach Berichten von heise und dem Portal Oiger rechnen die beteiligten Regierungen mit rund zehn Milliarden Euro Investitionen in rund 150 Einzelprojekten. Die Zuschüsse zahlen die Staaten, nicht die EU. Der Bund hat laut Oiger vorerst eine Milliarde Euro eingeplant, hinzu kommen Mittel der Länder.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sieht den Vorteil der europäischen Wirtschaft in ihren Prozess-, Maschinen- und Produktionsdaten. Die deutschen Projektvorschläge – laut heise unter anderem aus Automobilbau, Produktion und Verteidigungsindustrie – will sie bis Ende September an die Kommission weiterleiten. Eine Liste der eingereichten Anträge hat sie laut Oiger noch nicht veröffentlicht.