Chaofan Shou (auf X als @Fried_rice, Projekt „Bera Buddies – AI Agent Research“) setzte nach eigener Darstellung einen agentischen Aufbau um Kimi K3 auf den Redis-Quellcode an und ließ das Modell Schwachstellen suchen und ausnutzbar machen. Zwei der gefundenen Fehlerklassen sind technisch beschrieben: ein „shared NACK“-Use-after-free in der Streams-Consumer-Group-Verwaltung, bei dem zwei Consumer auf denselben Pending-Eintrag zeigen und so eine doppelte Speicherfreigabe auslösen (über eine vergiftete Hash-Funktion bis zu RCE), sowie ein Out-of-bounds-Write im TDigest-Datentyp des RedisBloom-Moduls, bei dem die Speicher-Allokation von einem angreifbaren Kapazitätsfeld abweicht.
Unabhängig belegbar ist die Wirkung: Redis veröffentlichte am 23. Juli 2026 Sicherheitsupdates in sieben Versionslinien (6.2.23, 7.2.15, 7.4.10, 8.2.8, 8.4.5, 8.6.5 und 8.8.1); die zugehörigen Fehler und Fixes lassen sich im offengelegten Quellcode nachvollziehen, und im GitHub-Repository liegen lauffähige, ausdrücklich „non-destructive“ gehaltene Proof-of-Concept-Exploits – teils als Patch-Bypass gegen bereits im Mai adressierte Versionen. Neue eigene CVE-Einträge mit CVSS-Score vergab Redis für die frischen Bug-Klassen zunächst nicht; The Hacker News verweist auf die im Mai vergebenen Records CVE-2026-25243 und CVE-2026-25589 als nächstliegende Zuordnung.
Was behauptet, aber nicht belegt ist: Shous Angaben, ein Kimi-K3-Agent habe „19 Redis zero-days in about 90 minutes“ gefunden und den Exploit gegen Redis 8.8.0 in 27 Minuten geschrieben, sind nach Darstellung von The Hacker News ebenso wie der Grad der Autonomie der Agenten „self-reported“ und unabhängig nicht überprüft. Moonshot (Hersteller von Kimi K3) äußerte sich in der Berichterstattung nicht. Für die Einordnung heißt das: Dass ein offenes Modell echte, vom Hersteller bestätigte RCE-Lücken in Kern-Infrastruktur mitfindet, ist der belastbare Kern; die spektakulären Tempo- und Mengenangaben sind es nicht.