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Looki L1 lässt Aufnahmehinweis und Inhaltsfilter abschalten

Ein mehrwöchiger Alltagstest der c’t zeigt erhebliche Lücken beim Kamera-Wearable Looki L1. Der Filter ließ sowohl eine Raucherpause als auch absichtlich abgespielte Pornografie in die KI-Auswertung gelangen. Das einzige sichtbare Aufnahmesignal und die akustische Ansage lassen sich zudem deaktivieren.

Aussagen gegen die Quellen geprüft · 8. August 2026

Looki L1 ist eine 32 Gramm schwere Kamera-Kette für 221 Euro. Sie nimmt automatisch kurze Clips auf und erzeugt daraus ein Journal oder Comics. Der Hersteller verspricht lokale Verschlüsselung, eine optionale Cloud-Verarbeitung in Frankfurt und die Löschung von Cloud-Daten nach 24 Stunden. Ein Filter soll unangemessene Aufnahmen vor der KI-Verarbeitung aussortieren.

Im Test der c’t funktionierte dieser Filter nicht zuverlässig: Eine Raucherpause und bewusst abgespielte Pornografie landeten im Journal und damit in der Auswertung. Das sichtbare Privacy Light, das Umstehende auf eine Aufnahme hinweisen soll, lässt sich mit zwei Klicks abschalten. Auch die akustische Aufnahmeansage kann stummgeschaltet werden. Dadurch fehlt im Betrieb das vorgesehene Signal für Menschen in der Umgebung.

Die Tester sehen deshalb Risiken nach Datenschutz- und Strafrecht. Eine Einwilligung aller zufällig aufgenommenen Personen ist im Alltag kaum praktikabel. Hinzu kommen Erinnerungsfehler und die Beschränkung der Spracherkennung auf Englisch, Französisch, Spanisch und Mandarin trotz deutscher Benutzeroberfläche. Der Test belegt die konkreten Fehlfunktionen, entscheidet aber keine Rechtsfrage.