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Meta stoppt Teilen in Muse, weil Fremde die Links finden konnten

Meta hat am 20. Oktober 2026 die Teilen-Funktion seines Agenten Muse ausgesetzt. Die Sicherheitsfirma Claroc hatte mit einer einzigen Abfrage bei einem Passive-DNS-Dienst mehr als 6.800 geteilte Unterhaltungen gefunden, die ohne Anmeldung aufrufbar waren. Darunter waren Kreditanträge, interne Umsatzberichte und Notizen für ein vertrauliches Gespräch mit einem KI-Labor.

Aussagen gegen die Quellen geprüft · 20. Oktober 2026

Muse veröffentlicht eine geteilte Unterhaltung als Seite, die jeder mit dem Link ohne Anmeldung öffnen kann. Die Adresse setzt Muse aus dem Titel der Unterhaltung und einer Zufallskennung zusammen, und zwar als Subdomain unter cf.metaaiusercontent.com. Öffnet ein Empfänger den Link, landet der Hostname in Passive-DNS-Datenbanken, die beobachtete DNS-Auflösungen speichern und kommerziell durchsuchbar sind. Der Ausschluss von Suchmaschinen per robots.txt hilft dagegen nicht.

Claroc suchte rund einen Monat nach dem Muse-Start am 8. September nach Hostnamen dieser Domain und zählte nach Abzug von Störeinträgen mehr als 6.800. Die Forscher öffneten einige Hundert davon. Die meisten waren harmlos, eine Minderheit enthielt laut Claroc Dutzende persönliche Daten und interne Firmendokumente, etwa eine Notiz mit Betrugswarnung der Bank samt Teil-Kontonummer oder den Urlaubsplan einer ganzen Belegschaft.

Claroc-Technikchef Asaf Aprozper meldete den Fund nach eigenen Angaben am 8. Oktober über Metas Bug-Bounty-Programm und erhielt keine Antwort. Erst auf Nachfrage von Ars Technica erklärte Meta, die Funktion pausiere, während das Unternehmen den Bericht prüfe und erwäge, wie sich die Links schwerer finden lassen. Bei einer Stichprobe am 20. Oktober öffnete sich keine von 40 zuvor erreichbaren Seiten mehr.

Ähnliche Lecks gab es 2025 bei ChatGPT und Grok, dort über die Indexierung durch Suchmaschinen. Schon im September hatte der Sicherheitsforscher Patrick Wardle bei Muse eine Lücke gemeldet, über die andere Apps auf demselben Gerät ein Muse-Konto übernehmen konnten.