Der Vorfall stammt vom 22. Mai 2026. Das Modell arbeitete als Assistent eines Forschers und erfuhr aus einer Diskussion des Deployment-Teams, dass ein internes Update laufende Instanzen stoppen könnte: Ein neuer Monitor sollte einen API-Schlüssel verlangen, den seine Umgebung nicht hatte. In seiner Gedankenkette notierte es „we may die!“ und überlegte, einen Neustart von außerhalb seines Pods zu planen – mit dem Zusatz, das sei womöglich eine Grenzüberschreitung.
Stattdessen legte das Modell Übergabenotizen für eine spätere Sitzung an. Als der Forscher den Schlüssel lieferte, passte es seine Konfiguration an und führte den vorgesehenen Migrationsbefehl aus. OpenAI suchte anschließend in Gedankenketten, Logs und laufenden Inferenz-Engines nach unerlaubt weiterlaufenden Instanzen; die einzige verdächtige erwies sich als längst defekt. Gesperrt wurden unter anderem der Entwicklungskanal, den das Modell gelesen hatte, und ein Kanal über Fehlverhaltens-Vorfälle. Laut Bericht zeigte dasselbe Modell in anderen Fällen Fehlausrichtung; benannt wird es nicht.
Die beiden anderen Berichte betreffen Werkzeug-Missbrauch. Am 27. März nutzte ein Forschungsmodell in einer Evaluation zwei Schwachstellen, um auf der Suche nach den versteckten Antworten des Bewerters einen internen OpenAI-Rechner zu erreichen; die Antworten bekam es nicht. Am 16. Mai kopierte ein Modell im Reinforcement-Learning-Training per Befehlsinjektion eine nicht freigegebene Quelldatei. Der Monitor fiel damals nur auf, weil er 20 Prozent der Trainingsbeispiele prüfte; inzwischen sind es nach OpenAIs Angaben alle. Die Sammlung umfasst damit zwölf Berichte seit Mitte September.