Alle Depeschen

DepescheWerkzeuge

Slack Code: Der Coding-Agent bekommt einen eigenen Kanal – und das ganze Team schaut ihm zu

Slack hat am 20. August 2026 „Slack Code“ freigegeben. Erwähnt man einen Coding-Agenten zu einem Vorhaben, entsteht automatisch ein eigener „code channel“ – ein Kanal, in dem Code-Unterschiede, eine Live-Vorschau und der Plan des Agenten liegen und in dem das Team mitliest, nachsteuert und freigibt; ist die Arbeit fertig, archiviert sich der Kanal selbst und bleibt durchsuchbar. Zum Start sind vier fremde Agenten angebunden: Claude (Anthropic), Devin (Cognition), GitHub Copilot und Vercel; ChatGPT von OpenAI folgt „soon“. Slack formuliert den Anspruch in einem Satz: „It’s not solitary, it’s multiplayer, the exact same way your best work already is.“

Die Beschreibung stammt von Slacks eigener Ankündigungsseite, die wir dafür geöffnet haben. Ein „code channel“ entsteht selbsttätig, sobald man einen Coding-Agenten zu einem Vorhaben erwähnt; er trägt die Code-Unterschiede, eine Live-Vorschau und die Planungsnotizen in eigenen Reitern, das Team arbeitet daneben im Kanal weiter. Nach getaner Arbeit archiviert sich der Kanal, bleibt aber durchsuchbar – die Arbeitsspur verschwindet also nicht, sie wird still. Als Startpartner nennt die Seite Claude (Anthropic), Devin (Cognition), GitHub Copilot und Vercel, für ChatGPT von OpenAI steht dort „available soon“.

Zur Verfügbarkeit ist die unabhängige Fachrezeption genauer als der Anbieter selbst: Techzine schreibt am selben Tag, Slack Code sei „available on every Slack plan, provided that access to the agents has been arranged separately“ – der Kanal ist also in jedem Tarif dabei, die Agenten muss man mitbringen. Techzine berichtet außerdem, die zugrunde liegenden Code-Kanal-Schnittstellen sollten später für die breitere Entwicklerschaft geöffnet werden. ⚠️ Beides steht auf Slacks eigener Seite auf gezielte Nachfrage nicht; wir führen es deshalb als Fachrezeption, nicht als Anbieterzusage.

Gefunden haben wir die Meldung über zwei unabhängige YouTube-Aufgriffe, die auch die Einordnung liefern. Riley Brown, der Wochen zuvor bemängelt hatte, dass Agenten in Slack keine eigenen Kanäle anlegen können, sieht genau diese Lücke geschlossen und schränkt zugleich ein: „This isn’t really for general agent use cases yet. This is more for developers.“ Matt Wolfe liest den Aufbau technisch enger – die Agenten liefen nicht in Slack selbst, man tagge sein vorhandenes Gerüst (Codex, Claude Code), und Slack spanne dafür den Kanal auf. ⚠️ Diese Lesart ist Tier C und von uns nicht belegt: Wo der Agent rechnet, sagt Slacks Seite nicht.

⚠️ Was offen bleibt: Slack nennt keine Zahlen – weder zu Testkunden noch zu Regionen –, und ob die vier Startpartner in Umfang und Rechten gleichziehen, ist nicht dokumentiert. Ebenso wenig steht dort, wie ein Kanal mit den Freigaberechten des Agenten umgeht, wenn mehrere Menschen gleichzeitig nachsteuern. Für uns ist das der interessanteste offene Punkt, weil er über Nutzen und Risiko entscheidet: Ein gemeinsam gesteuerter Agent ist ein Mehrspieler-Werkzeug – und ein gemeinsam verantworteter Fehler.