OSTP-Direktor Michael Kratsios erklärte laut TechCrunch, man habe „information that Moonshot AI distilled Anthropic’s Fable for the development of its K3 model“, und beschuldigte das Unternehmen, „large-scale distillation against U.S. models“ zu betreiben. Zusätzlich habe Moonshot Nvidia-GB300-Server beschafft und in Thailand auf GB300-Hardware zugegriffen – Chips, die unter den US-Exportkontrollen nicht an chinesische Firmen verkauft werden dürfen –, „likely to train its AI models“.
Finanzminister Scott Bessent knüpfte die Sanktionsdrohung daran: „When [Chinese] firms conduct covert, industrial-scale distillation attacks that cross the line into IP theft, sanctions and Entity List designations will be on the table.“ In der Berichterstattung wird er zudem mit der Aussage zitiert, man finde „watermarks of our US large language models on many of the Chinese models“ – eine Behauptung, für die bislang keine öffentlich prüfbaren Belege vorliegen. Rechtlicher Rahmen ist das NSTM-4 vom April 2026, das Distillation durch gegnerische Staaten als Sicherheitsbedrohung einstuft und Behörden anweist, Erkenntnisse mit KI-Unternehmen zu teilen.
Moonshot bestreitet die Vorwürfe: Business-Chef Huang Zhenxin führt die Leistung von K3 auf drei eigene Innovationen zurück (in der Rezeption genannt: „Moon Clip“, eine Linear-Attention-Variante und Attention-Residuals). Mehrere Fachleute bezweifeln laut TechCrunch, dass K3 „primarily through distillation from Fable“ habe entstehen können – das Zeitfenster zwischen Fables öffentlicher Verfügbarkeit (1. Juli 2026) und K3s Vorstellung (16. Juli) sei dafür zu knapp. Einordnung: Der Vorgang ist eine politische Beschuldigung mit angekündigter, aber noch nicht verhängter Sanktionsfolge; weder die Distillation noch der Zugriff auf gesperrte Hardware sind bislang unabhängig oder gerichtlich belegt. Anthropic hatte Fable und Mythos zuvor selbst für China gesperrt (siehe verwandte Depesche zur US-Exportkontrolle).