Auf der Hauskonferenz Webflow Conf stellte der Website-Anbieter Webflow am 2. September 2026 „Source“ vor: eine Plattform, auf der Marketing-Teams und ihre KI-Agenten gemeinsam digitale Auftritte bauen, optimieren und skalieren sollen. Source verbindet sich laut Mitteilung mit dem vorhandenen Quellcode und den Marketing-Systemen eines Unternehmens. Laut dem Fachdienst CMSWire bekommen die Agenten dabei direkten Zugriff auf den Seiten-Code, statt über eine visuelle Abstraktionsschicht zu arbeiten – das kehrt Webflows bisheriges Prinzip um.
Zwei weitere Produkte kündigte Webflow an, beide noch nicht verfügbar. „Campaigns“ soll Landingpages und passende Werbemittel von spezialisierten Agenten erstellen lassen und die Wirkung über Anbindungen an HubSpot und Salesforce nachhalten; geplant ist der Herbst 2026. Die Produktion markenkonformer Bilder und Videos, die auf dem zugekauften Dienst Vidoso aufsetzt, soll Anfang 2027 folgen.
Die Ankündigung markiert eine Neuausrichtung. In der Mitteilung bezeichnet sich das Unternehmen als „the agentic marketing platform for modern marketing teams“; CMSWire liest den Umbau als Wechsel vom visuellen Website-Baukasten zur KI-zentrierten Marketing-Plattform unter Geschäftsführerin Linda Tong. Tong selbst sagt, die Plattform müsse Marketing-Leute „and now agents“ so bedienen, wie sie immer schon Entwickler und Designerinnen bedient habe.
Verfügbar ist Source als begrenzte Forschungsvorschau; einen Preis und einen Starttermin nennt Webflow nicht, Agenturpartner und ausgewählte Kunden kommen schrittweise dazu. Die Agentur noqode hält in ihrer Analyse einen Punkt offen: Belegt sei bislang der Betrieb auf Code-Stacks wie Next.js oder Astro – ob die visuell gebauten Bestandsseiten, die die Plattform bislang tragen, nach Source umziehen können, habe Webflow noch nicht gezeigt.
Der Webdesign-Kanal Flux Academy ordnet die Ankündigung als Bestätigung einer Verschiebung ein: Die Entwicklungsphase werde zur Ware, der bezahlte Wert wandere nach vorn in Marke und Entwurf und nach hinten in Betrieb und Vermarktung. Framer setze deshalb auf die Design-Seite, Webflow auf die Marketing-Seite. Das ist eine Praktiker-Einschätzung, keine Messung – und der Kanal verkauft im selben Video einen eigenen Kurs.