← Alle Werkzeuge

Werkzeug · Agenten-Arbeitsplatz

QM (Quartermaster)

von Y Combinator

Selbst betriebene Mehrspieler-Agentenplattform, die Y Combinator für den eigenen Betrieb gebaut und unter MIT-Lizenz veröffentlicht hat: eine Web- und Slack-Oberfläche vor austauschbaren Harnesses – Claude Code, Codex, OpenCode oder Pi laufen auf demselben Kern.

KostenlosWebSlackSelf-Hosting

Einschätzung

Der Mehrspieler-Fall, den die CLIs offenlassen – aber jung und mit Betriebsaufwand

QM beantwortet die Frage, die Claude Code und Codex konstruktionsbedingt offenlassen: Was passiert, wenn nicht eine Person, sondern eine Organisation Agenten einsetzt? Geteilte Projekte, abgestufte Freigabe-Haltungen und eine vorab erklärte Befehls-Richtlinie sind genau die Schicht, die beim lokalen CLI jede Person für sich neu erfindet – und dass alles selbst betrieben wird, macht es für europäische Datenhaltung überhaupt erst diskutabel. Der Preis ist Betriebsaufwand: Das ist eine Web-Anwendung mit Datenbank und Cloud-Rechnung, kein `npm install`. Und das Projekt ist sehr jung; wer es einsetzt, testet mit.

QM ist die Agenten-Plattform, mit der Y Combinator nach eigener Angabe die eigene Firma betreibt – von der Buchhaltung über Recht und Veranstaltungen bis zur Entwicklung, einschließlich der Weiterentwicklung von QM selbst. Der Quelltext steht seit Anfang August 2026 unter MIT-Lizenz auf GitHub; die Repository-Beschreibung lautet „A multiplayer agent harness for work. In Slack and on the web.“

Die Bauform unterscheidet QM von den Werkzeugen, deren Namen es trägt: Es ist kein CLI für den eigenen Rechner, sondern eine vollständige Web-Anwendung, die der Betreiber in seiner eigenen Cloud installiert (vorgesehen sind `fly` und `aws`). Der Kern ist ein kopfloser TypeScript-/Node-Dienst auf Fastify, die Sitzungsgeschichte liegt in Postgres, die Oberfläche kommt als Web-UI (Vite/Lit) und als Slack-Anbindung über Bolt. Nichts davon läuft lokal – Agentenschleifen und Werkzeugaufrufe finden auf der Serverseite statt und laufen weiter, wenn der Laptop zugeklappt ist.

Der Zuschnitt ist mehrspielerfähig, aber abgeschottet: Jede Person und jeder Raum bekommt einen eigenen Geltungsbereich mit „scoped memory, files, keychain view, permissions, crons, web apps, and durable sandbox“. Die Sandbox ist dauerhaft – was ein Agent am Montag installiert, steht am Freitag noch bereit. Projekte lassen sich für Teams öffnen, sodass Speicher, Dateien, Zugangsdaten und selbst gebaute Skills geteilt werden; der persönliche Bereich ist ein auf privat gestelltes Projekt.

Das Werkzeug-Angebot an das Modell hält QM bewusst schmal („a small, fixed tool surface“), im Kern steht `execute`, das Befehle in der Sandbox des jeweiligen Geltungsbereichs ausführt. Statt eines Stapels von MCP-Servern bekommt der Agent also eine Maschine – derselbe Ansatz, den Claude Code verfolgt. Welcher Harness darüber läuft, entscheidet die Installation: Pi, OpenCode, Codex und Claude Code treiben denselben Kern, was die Bindung an einen Anbieter vermeidet.

Für den Einsatz auf Firmendaten kennt QM drei Sicherheitshaltungen. Bei `strict` hält „every harness tool call“ für eine menschliche Freigabe an, ausgenommen zwei wirkungslose Zug-Abschlüsse; bei `auto` – der Voreinstellung – prüft ein Klassifikator herkunftsmarkierte externe Daten und Werkzeug-Ergebnisse, bevor sie das Modell erreichen; bei `dangerous` entfällt beides. In allen drei Haltungen greift zusätzlich eine vorab erklärte Befehls-Richtlinie mit Freigaberegeln und harten Verboten, sodass etwa rekursives Löschen auch in der lockersten Stufe blockiert bleibt. Ein Team kann die Vorgabe der Organisation verschärfen, aber nicht lockern.

Wofür es gut ist

  • Agenten für eine ganze Organisation betreiben, statt jeder Person ein eigenes CLI-Setup zu überlassen
  • Geteilte Skills, Dateien und Zugangsdaten projektweise verfügbar machen, ohne Rechte zu vermischen
  • Agenten in der eigenen Cloud halten, weil Daten das Haus nicht verlassen sollen

Stärken

  • MIT-Lizenz und vollständig selbst betrieben – Sitzungsdaten und Zugangsdaten bleiben in der eigenen Cloud
  • Harness-agnostisch: Claude Code, Codex, OpenCode und Pi laufen auf demselben Kern
  • Abgestufte Sicherheitshaltungen (strict/auto/dangerous) plus Befehls-Richtlinie, die auch in der lockersten Stufe greift
  • Dauerhafte Sandbox je Geltungsbereich: installierte Umgebungen und Dateien überleben die Sitzung
  • Geteilte Projekte für Speicher, Dateien, Skills und Zugangsdaten – ohne die persönlichen Bereiche zu vermischen

Schwächen

  • Betriebsaufwand einer vollen Web-Anwendung (Fastify-Dienst, Postgres, Sandboxes) statt eines lokalen CLI
  • Sehr jung – zum Zeitpunkt der Aufnahme wenige Wochen alt, entsprechend unfertige Oberfläche
  • Keine unabhängige Sicherheits- oder Zuverlässigkeitsprüfung; die Sandbox-Abschottung ist Projektangabe
  • Zuschnitt auf Firmen mit eigener Plattform-Kompetenz, nicht auf Einzelnutzer

Im Vergleich

Wofür dieses Werkzeug die bessere Wahl ist – und wann ein direkter Konkurrent.

  • Gegenüber Claude Code und Codex ist QM keine Alternative, sondern eine Schicht darüber: Beide laufen als Harness *innerhalb* von QM weiter, QM liefert Mehrspieler-Betrieb, geteilten Kontext und Freigabe-Regeln.
  • Gegenüber Grok Bot ist die Isolierung der Gegenentwurf: Dort teilen sich alle Bots eines Kontos einen Rechner samt Dateien und Anmeldungen, hier bekommt jeder Geltungsbereich eine eigene dauerhafte Sandbox mit eigenem Schlüsselbund.

Stimmen aus der Community

Subjektive Einschätzungen Dritter – keine belegten Fakten, jeweils verlinkt.

  • gemischtBetter Stack ordnet QM als Reaktion auf eine Marktbewegung ein – „the same thing is happening again, but with agent harnesses“ – und hält zwei Dinge fest, die die Projektbeschreibung nicht sagt. Erstens die Erwartungsfalle im Namen: „The word harness makes it sound like another Claude Code, something you install on your laptop and run in your terminal“, tatsächlich sei es eine vollständige Web-Anwendung, die die Firma auf eigener Infrastruktur betreibt; die README erkläre sich selbst „a pretty terrible job“. Zweitens konkrete Unfertigkeit: Die Oberfläche zeige nicht verlässlich an, in welchem Geltungsbereich man gerade konfiguriert, und die Auswahl weiterer Harnesses ließ sich nicht über die Admin-Oberfläche freischalten, sondern nur per API-Aufruf. Das Gesamturteil bleibt positiv – „the potential here is huge“ –, mit dem ausdrücklichen Vorbehalt, das Projekt sei erst zwei Wochen alt und „literally is not mature“. ⚠️ Tier C, n=1, keine Messung.Better Stack – „YC Just Open-Sourced Its Multiplayer Harness“ (YouTube, 13.08.2026; oEmbed-verifiziert, Transkript ausgewertet) · Community, August 2026

Direkt ausprobieren

github.com/yc-software/qm

Zur offiziellen Seite ↗

ℹ️ Aufgenommen im YouTube-Sweep 2026-08-13 über den Kanal Better Stack (C58, Tier C). Existenz, Lizenz, Architektur, Harness-Liste, Sicherheitshaltungen und Geltungsbereichs-Modell an der Primärquelle (GitHub-Repository und README) geprüft, nicht am Video. Stern- und Fork-Zahlen sind Momentaufnahmen vom 13.08.2026 und veralten schnell. ⚠️ Die im Video genannte Liste von genau sieben Werkzeugen (execute, read, write, publish, memory, history, background) steht so nicht in der README – dort ist nur `execute` namentlich geführt und von „a small, fixed tool surface“ die Rede; wir übernehmen die Liste deshalb nicht. Ein Release-/Erstveröffentlichungsdatum nennt das Repository nicht; die Rezeption datiert die Öffnung auf Anfang August 2026.

Verwandte Werkzeuge